Ein neues Künstliche-Intelligenz-Modell kann die menschliche Gehirnaktivität in Bezug auf Sehen, Hören und Sprache genauer vorhersagen als je zuvor. Forscher von Meta AI und akademischen Einrichtungen entwickelten TRIBE v2, ein tri-modales Grundlagenmodell, das mit über 1.000 Stunden fMRT-Daten von 720 Probanden trainiert wurde. Bei Tests mit neuartigen Reizen und Aufgaben übertraf es herkömmliche lineare Encodierungsmodelle um ein Vielfaches und bietet einen einheitlichen Rahmen für die kognitive Neurowissenschaft.
Die Forschung
Unter der Leitung von Stéphane d'Ascoli und Kollegen stellt die Studie (arXiv:2605.04326) TRIBE v2 vor, ein Modell, das Video, Audio und Text gleichzeitig verarbeitet. Das Team stellte einen Datensatz von über 1.000 Stunden hochauflösender fMRT-Aufnahmen von 720 Teilnehmern zusammen, während diese Filme ansahen, Geräusche hörten und Text lasen. Das Modell wurde trainiert, die Gehirnaktivität aus diesen Reizen vorherzusagen. In Validierungsexperimente sagte TRIBE v2 die Gehirnreaktionen auf völlig neue Reize und Aufgaben genau voraus – nicht nur auf solche, mit denen es trainiert wurde. Es reproduzierte auch klassische Erkenntnisse aus jahrzehntelanger visueller und neurolinguistischer Forschung und zeigte, dass es grundlegende kognitive Prozesse erfasst. Durch die Interpretation der internen Darstellungen des Modells kartierten die Forscher die feinkörnige multisensorische Integration im Gehirn und zeigten, wo und wie verschiedene Sinne kombiniert werden.
Warum es wichtig ist
Diese Forschung ist wichtig, weil sie KI und Neurowissenschaften verbindet und In-silico-Experimente ermöglicht – Theorien an einem Computermodell zu testen, anstatt im Labor. Für jeden, der sich für seine eigene Kognition interessiert, deutet dies darauf hin, dass KI helfen kann, zu entschlüsseln, wie wir komplexe reale Reize verarbeiten. Es eröffnet auch die Möglichkeit personalisierter Gehirnmodelle, die vorhersagen könnten, wie das Gehirn eines Individuums auf verschiedene Arten von Informationen reagiert, was möglicherweise pädagogische oder Trainingsansätze leiten könnte.
Was Sie tun können
Obwohl Sie TRIBE v2 nicht zu Hause ausführen können, können Sie erkunden, wie Ihr eigenes Gehirn multimodale Informationen verarbeitet, indem Sie kognitive Tests durchführen, die Gedächtnis, Aufmerksamkeit und logisches Denken in verschiedenen Bereichen messen. Gehirntrainingsübungen, die visuelle, auditive und sprachliche Aufgaben kombinieren, können helfen, Ihre kognitive Flexibilität zu verbessern. Für den Anfang versuchen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test, um Ihre allgemeinen kognitiven Fähigkeiten zu bewerten, und erkunden Sie dann evidenzbasierte Trainingsmodule.
Quelle: arXiv q-bio.NC
Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainings-Level.