Wie Sie Ihre Maus bewegen oder über Ihr Telefon wischen, könnte mehr über Ihre psychische Gesundheit verraten, als Sie denken. Ein neues maschinelles Lernsystem namens MAILA kann Anzeichen von Depressionen, Angstzuständen und anderen Erkrankungen erkennen – allein daran, wie Sie mit einem Bildschirm interagieren.
Die Forschung
In einem Preprint, das im November 2025 auf arXiv veröffentlicht wurde, trainierten die Forscher Veith Weilnhammer, Jefferson Ortega und David Whitney von der University of California, Berkeley, MAILA mit 18.200 Aufzeichnungen von Cursor- und Touchscreen-Bewegungen von 9.500 Teilnehmern. Jede Aufzeichnung war mit selbstberichteten Labels zur psychischen Gesundheit versehen – insgesamt 1,3 Millionen Datenpunkte.
MAILA verfolgt psychische Zustände entlang von 13 klinisch relevanten Dimensionen, darunter Erregung, Valenz und Stimmung. Es kann zirkadiane Schwankungen (z.B. wie sich die Stimmung von morgens bis abends ändert) erkennen und Veränderungen erfassen, die durch Experimente verursacht werden, die die Erregung oder den emotionalen Zustand einer Person verändern. Auf Gruppenebene erreicht das Modell eine „nahezu perfekte Genauigkeit“ bei der Unterscheidung verschiedener psychischer Erkrankungen.
Wichtig ist, dass MAILA Informationen erfasst, die über das hinausgehen, was Menschen über sich selbst sagen. In Kombination mit großen Sprachmodellen (wie ChatGPT) kann es deren Fähigkeit verbessern, die psychische Gesundheit eines Nutzers zu erschließen.
Warum es wichtig ist
Traditionelle psychische Gesundheitsbewertungen stützen sich auf Selbstberichtsfragebögen oder klinische Interviews – beides zeitaufwändig und nicht immer genau. MAILA bietet eine passive, skalierbare Alternative, die Geräte nutzt, die Menschen bereits täglich verwenden. Es könnte helfen, psychische Probleme früher und objektiver zu erkennen.
Für Kognitionsforscher eröffnet dies einen neuen Weg für das „digitale Phänotyping“ – die Nutzung alltäglicher digitaler Aktivitäten, um psychologische Funktionen ohne teure Laborausrüstung zu verstehen.
Was Sie tun können
Achten Sie auf Ihre eigenen Bildschirmgewohnheiten. Beachten Sie, ob Ihre Mausbewegungen langsamer oder ruckartiger werden, wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen – MAILA deutet darauf hin, dass diese Muster bedeutsam sind. Auch wenn Sie MAILA nicht zu Hause ausführen können, bleiben Sie neugierig, wie Ihr digitales Verhalten Ihren mentalen Zustand widerspiegelt. Für eine breite kognitive Momentaufnahme versuchen Sie einen validierten Online-Test.
Quelle: arXiv q-bio.NC
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