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Erwachsenengehirn birgt Millionen stiller Synapsen für das Lernen

Erwachsenengehirn birgt Millionen stiller Synapsen für das Lernen

Ihr Gehirn könnte voller versteckter Backup-Verbindungen stecken, die darauf warten, neue Erfahrungen in dauerhafte Erinnerungen zu verwandeln. MIT-Neurowissenschaftler haben entdeckt, dass das erwachsene Gehirn Millionen von „stillen Synapsen“ enthält – ruhende Verbindungen, die schnell aktiviert werden können, um neue Erinnerungen zu bilden, ohne das bereits Gelernte zu stören.

Was die Forschung herausfand

Die am 6. Mai 2026 in Nature veröffentlichte Studie unter der Leitung der MIT-Doktorandin Dimitra Vardalaki und des leitenden Autors Mark Harnett ergab, dass etwa 30% der Synapsen im erwachsenen Mauskortex still sind. Diese unreifen Verbindungen besitzen keine AMPA-Rezeptoren, die für die normale Signalübertragung notwendig sind, und sind stattdessen nur auf NMDA-Rezeptoren angewiesen. Ohne AMPA-Rezeptoren bleiben diese Synapsen unter normalen Bedingungen elektrisch inaktiv – daher „still“. Wenn jedoch neues Lernen auftritt, können sie schnell aktiviert werden, um Verbindungen zwischen relevanten Neuronen zu stärken.

Die Entdeckung wurde mit einer Technik namens eMAP (Epitop-erhaltende magnifizierte Analyse des Proteoms) gemacht, die Hirngewebe physikalisch expandiert, um hochauflösende Bildgebung zu ermöglichen. Das Team bemerkte eine Fülle von winzigen Fortsätzen, sogenannten Filopodien, auf Dendriten in mehreren Hirnregionen, einschließlich des visuellen Kortex. Diese Filopodien enthielten NMDA-Rezeptoren, aber keine AMPA-Rezeptoren, ein Kennzeichen stiller Synapsen.

Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist

Diese versteckte Reserve stiller Synapsen bietet eine überzeugende Erklärung dafür, wie das Gehirn ein Leben lang weiter lernen kann, ohne wichtige Langzeiterinnerungen zu überschreiben. Reife Synapsen sind stabil und resistent gegen Veränderungen und bewahren das bereits Gelernte. Stille Synapsen bieten einen flexiblen Pool, der bei neuen Informationen schnell rekrutiert werden kann, sodass neue Erinnerungen ohne Störung entstehen können. Dieses Gleichgewicht zwischen Stabilität und Flexibilität ist entscheidend für lebenslanges Lernen und Anpassung.

Was Sie tun können

Obwohl Sie Ihre stillen Synapsen nicht direkt steuern können, können Sie ihre Aktivierung fördern, indem Sie sich an neuartigen, herausfordernden Aktivitäten beteiligen. Das Erlernen einer neuen Fähigkeit, wie eines Musikinstruments oder einer Sprache, zwingt Ihr Gehirn, neue Verbindungen zu schaffen. Regelmäßige geistige Anregung, körperliche Bewegung und ausreichender Schlaf unterstützen ebenfalls die Neuroplastizität und können Ihrem Gehirn helfen, auf sein Reservoir stiller Synapsen zuzugreifen.

Quelle: ScienceDaily Mind & Brain

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