Kognitives Training kann die Gehirne älterer Erwachsener physisch verändern und die Aktivität und Konnektivität in Schlüsselregionen erhöhen, wie eine umfassende Meta-Analyse in Nature zeigt.
Die Forschung
Forscher von Institutionen wie der University of California, San Francisco und der Universität Genf analysierten 36 Neuroimaging-Studien mit 1.247 älteren Erwachsenen (Durchschnittsalter 68). Diese 2023 in Nature veröffentlichte Meta-Analyse untersuchte Gehirnveränderungen nach kognitiven Trainingsprogrammen, die typischerweise 4-12 Wochen dauerten.
Die Analyse fand konsistente Muster in allen Studien. Nach dem Training zeigten ältere Erwachsene:
- Erhöhte Gehirnaktivität in präfrontalen und parietalen Regionen, die an Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis beteiligt sind
- Verbesserte Konnektivität zwischen Gehirnnetzwerken, die für kognitive Kontrolle verantwortlich sind
- Strukturelle Veränderungen in weißen Substanzbahnen, die verschiedene Gehirnregionen verbinden
Diese Veränderungen waren am ausgeprägtesten in Studien mit adaptiven Trainingsprogrammen, die den Schwierigkeitsgrad mit den Fortschritten der Teilnehmer erhöhten. Die Forscher stellten fest, dass „das Ausmaß der neuralen Veränderungen mit kognitiven Verbesserungen korrelierte“, was darauf hindeutet, dass die Gehirnveränderungen direkt zu besserer Leistung beitrugen.
Warum es wichtig ist
Diese Forschung stellt die veraltete Ansicht in Frage, dass ältere Gehirne fest und unveränderlich sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren – ein Leben lang bestehen bleibt. Für alle, die sich um kognitive Alterung sorgen, bedeutet dies, dass gezieltes mentales Training genau die Gehirnnetzwerke stärken kann, die Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Problemlösung unterstützen.
Praktisch gesehen deutet dies darauf hin, dass kognitiver Abbau nicht unvermeidlich ist. Genau wie körperliche Bewegung Muskeln aufbaut, stärkt mentales Training die Gehirnkapazität. Die spezifischen Gehirnregionen, die die größten Veränderungen zeigten – präfrontaler Kortex und Parietallappen – sind genau jene, die an den komplexen Denk- und Arbeitsgedächtnisaufgaben beteiligt sind, die in IQ-Tests gemessen werden.
Was Sie tun können
Beginnen Sie mit evidenzbasiertem kognitivem Training, das mehrere Gehirnfunktionen herausfordert. Suchen Sie nach Programmen, die sich Ihrem Können anpassen, da diese in der Forschung die stärksten Effekte zeigten. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer – regelmäßige kurze Sitzungen (15-30 Minuten) mehrmals pro Woche führten in den analysierten Studien zu messbaren Gehirnveränderungen.
Quelle: Google News: IQ & cognition
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