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Studie: Blutzellen dringen in alterndes Gehirn ein und werden zu Mikroglia

Studie: Blutzellen dringen in alterndes Gehirn ein und werden zu Mikroglia

Neue Forschungsergebnisse der Stanford Medicine zeigen, dass mit zunehmendem Alter Immunzellen aus unserem Blut ins Gehirn gelangen und dort zu funktionsfähigen Mikroglia werden – den ansässigen Immunzellen des Gehirns. Diese Entdeckung widerlegt die langjährige Annahme, dass Mikroglia ausschließlich aus embryonalen Vorläuferzellen entstehen und sich ohne äußere Hilfe erneuern.

Die Forschung

Unter der Leitung von Erstautorin Julia Belk und Seniorautor Siddhartha Jaiswal veröffentlichte das Team die Ergebnisse am 30. Juli 2026 in Nature. Sie verwendeten eine Technik namens DNA-Mutations-Linienverfolgung, die gemeinsame somatische Mutationen in Blutstammzellen und Hirngewebe verfolgt. Durch den Vergleich von Mutationen in alternden Blut- und Gehirnproben konnten sie nachweisen, dass einige Mikroglia einen gemeinsamen Vorläufer mit zirkulierenden Blutzellen teilen – ein eindeutiger Beweis dafür, dass diese Zellen aus dem Knochenmark stammen.

Überraschenderweise wird diese Migration bei Mäusen oder nicht-menschlichen Primaten nicht beobachtet, was darauf hindeutet, dass es sich um ein einzigartiges menschliches Alterungsphänomen handelt. Die Forscher brachten ihre Arbeit auch mit klonaler Hämatopoese in Verbindung, einem Zustand, bei dem bestimmte mutierte Blutstammzellklone dominieren, was frühere Studien mit einem reduzierten Alzheimer-Risiko in Verbindung brachten. Diese neue Studie zeigt, dass solche Zellen aktiv ins Gehirn eindringen und den Krankheitsverlauf verändern können.

Warum es wichtig ist

Jahrelang ging man davon aus, dass das Gehirn immunologisch privilegiert ist und ein eigenes, autarkes Immunsystem besitzt. Diese Entdeckung zeigt, dass das Gehirn offener für periphere Einflüsse ist als gedacht. Das bedeutet, dass der Immunstatus des Körpers – Blut, Knochenmark und allgemeine Gesundheit – die Gehirnfunktion und -resilienz direkt beeinflussen könnte. Das Verständnis dieser Kommunikation könnte zu neuen Wegen führen, die Gehirngesundheit zu beeinflussen, etwa durch die Entwicklung von Immunzellen, die schädliche Proteine wie Amyloid-Beta und Tau beseitigen, möglicherweise bevor Symptome auftreten.

Was Sie tun können

Obwohl dies frühe Forschung ist, unterstreicht sie die Bedeutung der allgemeinen Gesundheit für die Gehirnfunktion. Ein gesunder Lebensstil – regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, guter Schlaf – unterstützt das Knochenmark und das Immunsystem, was wiederum dem Gehirn zugutekommen kann. Behalten Sie zukünftige Studien zu peripheren Immuninterventionen bei Gehirnerkrankungen im Auge.

Quelle: Neuroscience News

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