Die Wahl des richtigen Antidepressivums könnte bald eher eine Wissenschaft als ein Ratespiel sein. Eine neue Studie unter der Leitung von Forschern der University of California, Irvine und des McLean Hospital ergab, dass die Verwendung biologischer und verhaltensbezogener Marker zur Steuerung der Behandlungsauswahl die Ansprechraten der Patienten um fast 67% steigerte.
Die Forschung
Veröffentlicht in Nature Mental Health am 6. Juli 2026, testete die Studie, ob die Kombination von fMRT-Gehirnkonnektivität, kognitiven Belohnungssensitivitätstests und klinischen Profilen vorhersagen kann, wie Patienten auf zwei gängige Antidepressiva ansprechen: Sertralin (ein Serotonin-Booster) und Bupropion (das auf Noradrenalin und Dopamin abzielt).
Das Team unter der Leitung von Dr. Diego A. Pizzagalli analysierte Daten der nationalen EMBARC-Studie und entwickelte Vorhersagealgorithmen. In einem prospektiven Test mit weniger als 50 Patienten erreichten diejenigen mit günstigen Biomarkersignaturen eine Ansprechrate von 71,4 %, verglichen mit nur 42,8 % bei denen ohne positive Marker – eine Verbesserung von etwa 67 %.
Warum es wichtig ist
Derzeit sprechen nur 30 % bis 50 % der Menschen mit schwerer Depression auf ihr erstes Antidepressivum an. Der Trial-and-Error-Prozess kann Monate dauern, in denen sich die Symptome verschlimmern. Diese Studie zeigt, dass Depression keine einheitliche Krankheit ist; sie wird bei verschiedenen Menschen durch unterschiedliche biologische Wege verursacht. Werkzeuge wie Gehirnscans und kognitive Tests könnten Ärzten helfen, Standardpillen zu umgehen und Patienten schneller Behandlungen wie Ketamin oder Hirnstimulation zuzuführen.
Was Sie tun können
Obwohl dieses Biomarker-Tool noch nicht klinikreif ist, können Sie mehr über Ihr eigenes Gehirn erfahren, indem Sie kognitive Tests ausprobieren, die Belohnungssensitivität, Aufmerksamkeit und Gedächtnis messen. Das Verständnis Ihres kognitiven Profils kann Ihnen und Ihrem Arzt helfen, später bessere Entscheidungen zu treffen.
Quelle: Neuroscience News
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