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Aufmerksamkeitsnetzwerke sagen Lernerfolg beim Spracherwerb voraus

Aufmerksamkeitsnetzwerke sagen Lernerfolg beim Spracherwerb voraus

Warum erlernen manche Erwachsene eine zweite Sprache fast mühelos, während andere sich abmühen? Eine neue Studie unter der Leitung von Dr. Gangyi Feng von der Chinesischen Universität Hongkong legt nahe, dass die Antwort nicht in traditionellen Sprachzentren liegt, sondern in Gehirnnetzwerken, die Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilität steuern.

Die Forschung

Die im Juni 2026 im Journal of Neuroscience veröffentlichte Studie scannte die Gehirne von 101 Erwachsenen mittels Ruhezustands-funktioneller Neurobildgebung vor jeglichem Sprachtraining. Die Teilnehmer verbrachten dann eine intensive Woche damit, eine völlig künstliche Sprache durch eine Vielzahl von Aufgaben zu lernen, die sowohl die Geschwindigkeit des Erwerbs als auch das langfristige Behalten maßen. Durch die Verknüpfung der Gehirnorganisation vor dem Training mit der Leistung nach dem Training fanden die Forscher heraus, dass die stärksten Prädiktoren für den Lernerfolg nicht in klassischen Sprachregionen wie Broca- oder Wernicke-Areal lagen, sondern in frontoparietalen Netzwerken, die für Aufmerksamkeit und kognitive Kontrolle verantwortlich sind.

„Diese Netzwerke können Lernenden helfen, sich auf nützliche Informationen zu konzentrieren, ihre Reaktionen basierend auf Feedback anzupassen und im Laufe der Zeit neues Sprachwissen aufzubauen“, sagte Dr. Feng. Die Studie identifizierte auch einen eindeutigen neuronalen Marker, der die angeborene Fähigkeit einer Person zur hochgeschwindigkeitslinguistischen Synthese kennzeichnet. Leitende Forscher betonen jedoch, dass dies nicht bedeutet, dass die Sprachlernfähigkeit bei der Geburt festgelegt ist – stattdessen hilft es zu erklären, warum manche Menschen mit bestimmten Trainingsstilen gedeihen, andere jedoch nicht.

Warum es wichtig ist

Für jeden, der als Erwachsener versucht hat, eine neue Sprache zu lernen, ist diese Forschung ermutigend. Sie verlagert den Fokus von „Sprachtalent“ hin zu der Frage, wie Ihr Gehirn Aufmerksamkeit verwaltet und Ablenkungen filtert. Wenn Ihre Aufmerksamkeitsnetzwerke gut organisiert sind, fällt es Ihnen möglicherweise leichter, sich auf neuen Wortschatz und Grammatikmuster zu konzentrieren. Auf der anderen Seite könnten Sie von strukturierten, feedbackreichen Lernumgebungen profitieren, die die kognitive Last reduzieren, wenn Ihre kognitive Kontrolle schwächer ist.

Diese Erkenntnisse haben Auswirkungen, die über das Sprachenlernen hinausgehen – sie könnten auf jede Fähigkeit zutreffen, die das fokussierte Erlernen neuer Informationen erfordert, vom Spielen eines Instruments bis zur Beherrschung eines neuen Software-Tools.

Was Sie tun können

Um Ihr Sprachenlernen oder jede komplexe Fähigkeit zu verbessern, trainieren Sie Ihre Aufmerksamkeitsnetzwerke. Praktizieren Sie Achtsamkeitsmeditation, die die kognitive Kontrolle stärkt. Verwenden Sie die Pomodoro-Technik, um den Fokus aufrechtzuerhalten und regelmäßige Feedback-Schleifen einzubauen (z. B. Tests, Karteikarten mit verteiltem Wiederholen). Und denken Sie daran: Die grundlegende Organisation Ihres Gehirns ist kein Schicksal – sie kann durch konsequentes Üben geformt werden.

Quelle: Neuroscience News

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