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Psilocybin stellt Sprache und Bewegung bei fortgeschrittener Alzheimer-Erkrankung vorübergehend wieder her

Psilocybin stellt Sprache und Bewegung bei fortgeschrittener Alzheimer-Erkrankung vorübergehend wieder her

In einem außergewöhnlichen klinischen Fallbericht stellte eine einzelne überwachte Dosis psilocybinhaltiger Pilze bei einer 80-jährigen Frau mit fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit vorübergehend die spontane Sprache, motorische Unabhängigkeit und Harnkontinenz wieder her. Die von Forschern der University of California veröffentlichten Ergebnisse liefern verlockende Hinweise auf latente kognitive Reserven im alternden Gehirn.

Die Forschung

Der Fall beschreibt eine japanisch-amerikanische Frau, die seit zehn Jahren an schwerer fortschreitender Demenz litt. Fünf Jahre lang war sie vollständig auf Pflegekräfte angewiesen, konnte sich nicht anziehen, litt unter chronischer Harninkontinenz und kommunizierte nur mit einzelnen Wörtern. Unter Aufsicht konsumierte sie 5 Gramm psilocybinhaltige Pilze. Nach einer Phase starken Schwitzens und Schlafens begann sie etwa 19 Stunden später spontan in ganzen Sätzen zu sprechen und sich an entfernte persönliche Erinnerungen zu erinnern. In den folgenden Wochen blieb sie wach, erkannte Familienmitglieder, ging unabhängiger und erlangte die vollständige Blasenkontrolle zurück. Die Wirkung hielt mehrere Wochen an, bevor sie allmählich nachließ.

Die Forscher vergleichen dies mit den von dem Neurologen Oliver Sacks 1973 beschriebenen "Erweckungen", bei denen Parkinson-Patienten nach L-Dopa vorübergehend ihre Bewegungsfähigkeit wiedererlangten. Psilocybin bindet an Serotonin-5-HT2A-Rezeptoren, was in Tiermodellen das Wachstum dendritischer Dornen fördert und Gehirnentzündungen reduziert. Bildgebung des Gehirns deutet darauf hin, dass die Droge vorübergehend starre Netzwerkgrenzen aufbricht und untergenutzte neuronale Cluster zwingt, auf neue Weise zu kommunizieren.

Warum es wichtig ist

Diese Einzelfallbeobachtung bedeutet nicht, dass Psilocybin Alzheimer heilt. Sie zeigt jedoch, dass selbst bei fortgeschrittener Neurodegeneration einige kognitive Fähigkeiten ruhen und abrufbar bleiben können. Für Menschen, die sich für Gehirngesundheit interessieren, unterstreicht dies das Potenzial des Gehirns für Plastizität – und deutet darauf hin, dass die Stimulation bestimmter neuronaler Bahnen verborgene Fähigkeiten freisetzen könnte. Die Forscher warnen vor Selbstmedikation, da psychedelische Erfahrungen bei älteren Erwachsenen desorientierend und riskant sein können.

Was Sie tun können

Obwohl Psilocybin keine zugelassene Behandlung ist, können Sie die Plastizität Ihres Gehirns durch evidenzbasierte Methoden wie regelmäßige körperliche Bewegung, Erlernen neuer Fähigkeiten und Pflege sozialer Kontakte unterstützen. Diese Aktivitäten stimulieren BDNF und fördern das neuronale Wachstum – ähnlich wie einige der bei Psychedelika beobachteten Effekte, jedoch ohne die Risiken.

Quelle: Neuroscience News

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