Startseite · Blog · Forschung

Das Navigationssystem des Gehirns entsteht aus einfachen Lernregeln

Das Navigationssystem des Gehirns entsteht aus einfachen Lernregeln

Die Fähigkeit Ihres Gehirns, sich zurechtzufinden und vorherzusehen, wohin Sie gehen – Schlüsselfähigkeiten für die Pfadintegration – erfordert möglicherweise doch keine speziell entwickelte Verkabelung. Eine neue Studie der Forscher Facundo Emina und Emilio Kropff zeigt, dass diese Fähigkeiten auf natürliche Weise entstehen, wenn neuronale Netze einfache Regeln der Plastizität, Anpassung und Hemmung lernen.

Die Forschung

Das Team, das am Leloir-Institut in Argentinien ansässig ist, erstellte ein theoretisches Modell, wie sich Neuronen im entorhinalen Kortex – einer für die räumliche Navigation kritischen Gehirnregion – selbst organisieren. Sie begannen mit einem einfachen Netzwerk, das räumlich gemusterte Eingaben erhielt. Unter Verwendung hebbscher Plastizität (Zellen, die gleichzeitig feuern, verbinden sich), Feuerraten-Anpassung (Zellen, die viel feuern, werden weniger erregbar) und globaler Hemmung fanden sie heraus, dass das Netzwerk spontan gaußförmige Feedforward-Verbindungen bildete. Diese Verbindungen ermöglichten es einem „Aktivitätsbündel“, sich in Antizipation der Bewegung nach vorne zu verschieben, ohne die für eine solche prädiktive Kodierung als notwendig erachteten rekurrenten Verbindungen.

In einer zweiten Reihe von Simulationen führten die Autoren rekurrente Verbindungen ein. Wiederum, ohne explizite Vorverkabelung, lernte das Netzwerk, ein sich bewegendes Aktivitätsbündel aufrechtzuerhalten – das heißt, es konnte eine Repräsentation des Standorts auch dann aufrechterhalten, wenn die Eingabe entfernt wurde. Schließlich, durch Modulation des Netzwerks mit einem zeitlich veränderlichen Basisstrom, der die Geschwindigkeit kodierte, stellte sich das System automatisch so ein, dass seine Geschwindigkeit als präziser unidirektionaler Pfadintegrator fungierte. Die Studie wurde im Juni 2026 auf arXiv veröffentlicht und wurde noch nicht von Experten begutachtet, bietet aber eine sparsame Erklärung dafür, wie die Gitterzellen und Kopfrichtungszellen des Gehirns ihre hochentwickelten Feuerungsmuster entwickeln.

Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass prospektives Kodieren – die Fähigkeit vorherzusehen, wo Sie sich in einigen Augenblicken befinden werden – und Pfadintegration – das Verfolgen Ihrer Position relativ zu einem Ausgangspunkt – keine „konstruierten“ Merkmale sind, sondern natürliche Ergebnisse eines selbstorganisierenden Systems. Für Sie bedeutet dies, dass die Navigationsfähigkeiten Ihres Gehirns durch Erfahrung trainiert und gestärkt werden können. Je mehr Sie neue Umgebungen erkunden und auf Orientierungspunkte achten, desto mehr verfeinert Ihr entorhinaler Kortex seine Verbindungen, was möglicherweise Ihr räumliches Gedächtnis und Ihre Entscheidungsfindung verbessert.

Was Sie tun können

Um das Navigationssystem Ihres Gehirns zu trainieren, versuchen Sie, einen neuen Weg ohne GPS zu gehen oder zu laufen. Üben Sie, Ihren Weg im Geiste zurückzuverfolgen oder Entfernungen zu schätzen. Selbst einfache Spiele, bei denen Sie sich Standorte merken und verfolgen müssen – wie bestimmte Gehirntrainings-Apps – könnten Ihre Pfadintegrationsfähigkeiten verbessern. Der Schlüssel liegt in konsistenten, abwechslungsreichen räumlichen Herausforderungen, die Ihr Gehirn zwingen, sich anzupassen und selbst zu organisieren.

Quelle: arXiv q-bio.NC

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainings-Level.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten