Startseite · Blog · Forschung

Astrocyten passen Natriumwerte fein an benachbarte Neuronen an – Jahrzehnte altes Dogma widerlegt

Astrocyten passen Natriumwerte fein an benachbarte Neuronen an – Jahrzehnte altes Dogma widerlegt

Eine neue Studie hat die lang gehegte Überzeugung widerlegt, dass der Natriumspiegel in den sternförmigen Gliazellen des Gehirns – den Astrocyten – überall gleich sei. Die Forscher fanden heraus, dass die Natriumkonzentrationen in einzelnen Astrocyten und ihren feinen Fortsätzen dynamisch schwanken und genau den Bedürfnissen benachbarter Neuronen entsprechen.

Die Forschung

Unter der Leitung von Professorin Dr. Christine Rose von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) entwickelte das Team eine neuartige Bildgebungstechnik, die erstmals Natrium in Echtzeit in Astrocyten des Hirngewebes sichtbar machte. In Zusammenarbeit mit Forschern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Universität Bonn, des Universitätsklinikums Bonn und der University of South Florida überprüften sie die Annahme, dass Astrocyten eine gleichmäßig niedrige Natriumkonzentration aufrechterhalten. Ihre im Mai 2026 veröffentlichten Ergebnisse widerlegten dies: Einzelne Astrocyten und sogar verschiedene Teile derselben Zelle zeigten starke basale Unterschiede.

Die Unterschiede werden durch spezifische Transportmoleküle in den Zellmembranen verursacht – deren Anzahl und Anordnung variieren zwischen Astrocyten und schaffen lokale Natrium-Mikrodomänen. Das Team validierte seine Ergebnisse mit biophysikalischen Computersimulationen (University of South Florida) und lebenden Tiermodellen (Universität Bonn und Universitätsklinikum Bonn).

Warum es wichtig ist

Astrocyten machen etwa die Hälfte des menschlichen Gehirns aus und sind entscheidend für die Regulierung von Neurotransmittern an Synapsen – den Kontaktstellen, an denen Neuronen kommunizieren. Natriumionen, die aus Speisesalz stammen, sind essentielle Elektrolyte, die diese Regulierung steuern. Die Entdeckung, dass Astrocyten Natrium lokal feinabstimmen können, bedeutet, dass sie sich an die Erregbarkeit benachbarter neuronaler Netzwerke anpassen können. Wenn dieses Gleichgewicht versagt, könnte dies zu neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie oder akutem Schlaganfall beitragen, was diese Natrium-Mikrodomänen zu einem neuen Forschungsziel macht.

Was Sie tun können

Obwohl Sie Ihre Astrocyten nicht direkt steuern können, unterstützt ein gesundes Gehirn ihre Funktion. Bleiben Sie hydriert, nehmen Sie Elektrolyte in ausgewogener Form zu sich (nicht übermäßig Salz) und fordern Sie sich regelmäßig kognitiv – etwa mit Rätseln oder Gehirntraining – um die neuronale Plastizität zu erhalten. Eine Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien unterstützt ebenfalls die Gesundheit der Gliazellen.

Quelle: Neuroscience News

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainings-Level.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten