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Serotonin verringert Glaubensverhaftung: Neue Hoffnung für die OCD-Behandlung

Serotonin verringert Glaubensverhaftung: Neue Hoffnung für die OCD-Behandlung

Eine neue Studie enthüllt, dass Serotonin direkt die „Glaubensverhaftung“ reduziert – das kognitive Versagen, alte Überzeugungen aufzugeben, selbst wenn Beweise dagegensprechen. Diese Erkenntnis verändert unser Verständnis der Zwangsstörung (OCD) und legt ein präzises Zeitfenster für die Kombination von Medikation und Therapie nahe.

Die Forschung

Geleitet von Frederike Petzschner am Carney Institute for Brain Science der Brown University, in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, der ETH Zürich und der Universidade de Lisboa, wurde die Studie in Nature Mental Health veröffentlicht. Das Team gab 50 gesunden Freiwilligen entweder eine Dosis Escitalopram (ein SSRI, der den Serotoninspiegel erhöht) oder ein Placebo und ließ sie dann ein „Muschelsammel“-Computerspiel spielen. Im Spiel sammelten die Spieler Muscheln, die entweder punktbringende Perlen oder strafbewehrte Erde enthielten. Ohne Wissen der Teilnehmer wechselten die „Jahreszeiten“ des Spiels ohne Vorwarnung, sodass Perlenmuscheln zu Erdmusscheln wurden. Um gut abzuschneiden, mussten die Spieler ständig ihre Überzeugungen über die Umgebung aktualisieren.

Mithilfe computergestützter Modellierung fanden die Forscher heraus, dass Teilnehmer mit höheren Serotoninspiegeln im Blut deutlich weniger Glaubensverhaftung zeigten: Sie passten sich den Jahreszeitenwechseln weitaus besser an als die Placebogruppe. Dies deutet darauf hin, dass Serotonin dem Gehirn aktiv ermöglicht, seine internen Modelle zu aktualisieren, wenn sich die Umgebung ändert – ein Prozess, der bei OCD gestört ist.

Warum es wichtig ist

Diese Entdeckung stellt die traditionelle Ansicht in Frage, dass OCD lediglich eine Gewohnheitsstörung ist. Stattdessen betrachtet sie OCD als eine Störung der Zustandsableitung, bei der das Gehirn nicht wahrnehmen kann, dass sich die Situation geändert hat (z.B. das Gefühl, dass Hände nach dem Waschen noch schmutzig sind). Da eine einzelne Dosis eines SSRI das Aktualisieren von Überzeugungen akut fördern kann, unterstreicht die Studie ein zeitlich abgestimmtes Psychotherapiefenster: Die Planung intensiver Therapie während des Höhepunkts des Serotoninspiegels könnte Patienten helfen, veraltete Denkmuster effektiver zu revidieren.

Was Sie tun können

Obwohl diese Forschung vorläufig ist, können Sie Ihre eigene kognitive Flexibilität mit einfachen Gewohnheiten unterstützen: Treiben Sie regelmäßig aeroben Sport (der Serotonin erhöht), praktizieren Sie Achtsamkeit, um Veränderungen in Ihrer Umgebung zu bemerken, und fordern Sie sich mit Rätseln oder Spielen heraus, die das Anpassen an neue Regeln erfordern – wie Strategiespiele oder Gehirntrainings-Apps.

Quelle: Neuroscience News

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