Eine neue Präzisions-Neuroimaging-Studie stellt die verbreitete Annahme in Frage, dass anhaltende Gehirnentzündung der Haupttreiber von Long-COVID-Symptomen wie Müdigkeit und Brain Fog ist. Stattdessen fanden Forscher der Universität Turku, Finnland, heraus, dass die weitverbreitete Entzündung mit der Zeit natürlicherweise abnimmt, während anhaltende Symptome mit den Emotionsregulationszentren im Gehirn verbunden sein könnten.
Die Forschung
Unter der Leitung von Professorin für Neuroimmunologie Laura Airas nutzte die Studie fortschrittliche PET- und MRT-Scans, um 14 Personen mit Long COVID, 11 gesunde Kontrollpersonen und 13 Patienten mit Multipler Sklerose (MS) zu untersuchen – einer Erkrankung, die bekanntermaßen mit Gehirnentzündung einhergeht. Alle Teilnehmer durchliefen eine PET-Bildgebung, die empfindlich auf Neuroinflammation reagiert, strukturelle MRT und Bluttests auf Marker für Nervenzellschäden.
Die Ergebnisse waren eindeutig: Long-COVID-Patienten zeigten keine signifikanten Unterschiede in der Gehirnentzündung im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. Im Gegensatz dazu hatten MS-Patienten eine viel höhere Entzündungsaktivität in der weißen Substanz. Allerdings zeigten diejenigen, die innerhalb von 16 Monaten nach ihrer Erstinfektion gescannt wurden, eine höhere Entzündung als diejenigen mit länger bestehenden Symptomen, was auf ein zeitabhängiges Muster hindeutet, bei dem die Entzündung früh ihren Höhepunkt erreicht und dann abklingt.
Bemerkenswerterweise korrelierten höhere Werte von Depression, Angst und niedrigerer Lebensqualität mit erhöhter zellulärer Aktivität im Hippocampus und in der Amygdala – Gehirnregionen, die an Gedächtnis, Stress und emotionaler Regulation beteiligt sind.
Warum es wichtig ist
Für die Millionen von Menschen, die nach COVID-19 anhaltende kognitive Schwierigkeiten haben, bietet diese Studie eine hoffnungsvolle Neueinordnung: Die Entzündungsreaktion des Gehirns ist nicht im Dauerhoch. Stattdessen ist der natürliche Verlauf eine Verbesserung, was bedeutet, dass Behandlungen auf emotionale und Stressregulation abzielen sollten, anstatt auf breite entzündungshemmende Medikamente. Das Verständnis der eigenen kognitiven Muster – durch Werkzeuge wie adaptive IQ-Tests – kann helfen, spezifische Bereiche wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder emotionale Belastbarkeit zu identifizieren, die von gezieltem Gehirntraining profitieren könnten.
Was Sie tun können
Wenn Sie mit anhaltendem Brain Fog oder Müdigkeit zu kämpfen haben, konzentrieren Sie sich auf stressreduzierende Praktiken wie Achtsamkeit, Ausdauertraining mit niedriger Intensität und strukturierte Schlafroutinen. Kognitives Training, das die emotionale Regulation stärkt, wie Gedächtnisspiele und Mustererkennungsrätsel, kann ebenfalls helfen, die von Long COVID betroffenen Gehirnnetzwerke zu stärken.
Quelle: Neuroscience News
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