Startseite · Blog · Forschung

Studie: Stress-Trinken in der Jugend verdrahtet das Gehirn dauerhaft um

Studie: Stress-Trinken in der Jugend verdrahtet das Gehirn dauerhaft um

Alkohol trinken, um mit Stress umzugehen, wenn man jung ist, kann das Gehirn dauerhaft umverdrahten, sodass es später im Leben schwieriger wird, sich an Herausforderungen anzupassen, und das Risiko steigt, in stressigen Zeiten wieder zu trinken, so eine neue Forschung der University of Massachusetts Amherst.

Die Forschung

Wissenschaftler unter der Leitung von Elena Vazey, außerordentliche Professorin für Biologie an der UMass Amherst, untersuchten Mäuse, weil ihre Gehirnschaltkreise denen des Menschen stark ähneln. Die im Fachblatt Alcohol Clinical and Experimental Research mit Unterstützung des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism veröffentlichte Studie verglich Mäuse, die unter chronischem Stress viel tranken, mit Mäusen, die wenig tranken oder nicht gestresst waren.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Kombination von Alkohol und Stress eine viel größere Wirkung hatte als jeder Faktor allein. Mäuse, die in jungen Jahren beidem ausgesetzt waren, neigten im mittleren Alter eher dazu, wieder zu trinken, wenn sie gestresst waren, selbst nach langen Phasen völliger Abstinenz. Die Studie fand auch Anzeichen von Hirnschäden, die mit früher Demenz in Verbindung stehen, insbesondere in einer kleinen Hirnstammregion namens Locus coeruleus (LC), die eine Schlüsselrolle bei der adaptiven Entscheidungsfindung spielt.

In gesunden Gehirnen wird der LC bei Stress aktiviert und schaltet sich ab, sobald der Stress vorbei ist. Bei Mäusen, die sowohl Alkohol als auch chronischem Stress ausgesetzt waren, verlor der LC jedoch wichtige molekulare Komponenten, die normalerweise seine Deaktivierung ermöglichen. Dadurch blieb das Gehirn in einem stressanfälligen Zustand gefangen, was die kognitive Flexibilität verringerte – die Fähigkeit, sich schnell an veränderte Situationen anzupassen.

Warum es wichtig ist

Für Menschen, die in ihren Teenager- oder Zwanzigerjahren Alkohol zur Stressbewältigung genutzt haben, deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass das Gehirn möglicherweise nie vollständig zum Ausgangszustand zurückkehrt. Der Verlust der kognitiven Flexibilität ähnelt Mustern, die in frühen Stadien von Demenz und Alzheimer-Krankheit beobachtet werden. Laut Vazey treten Probleme im mittleren Alter verstärkt auf, und die Alkohol-Stress-Kombination schafft Schwierigkeiten bei der Anpassung an Veränderungen, die den kognitiven Abbau beschleunigen können.

Was Sie tun können

  • Suchen Sie nach gesünderen Stressbewältigungsstrategien wie Bewegung, Achtsamkeit oder Therapie, besonders wenn Sie in jüngeren Jahren Alkohol zur Bewältigung genutzt haben.
  • Überwachen Sie Ihre kognitive Flexibilität, indem Sie Ihr Gehirn mit neuen Fähigkeiten, Rätseln oder Lernaktivitäten herausfordern – das kann helfen, die neuronale Anpassungsfähigkeit zu erhalten.
  • Sprechen Sie mit einem Arzt, wenn Sie später im Leben Probleme bei der Anpassung an Veränderungen oder vermehrtes stressbedingtes Trinken bemerken.

Quelle: ScienceDaily Mind & Brain

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainings-Level.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten