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Die Illusion der Gummihand zeigt, wie zerbrechlich das Selbstbildnis die Körperwahrnehmung prägt

Menschen mit einem schwächeren Selbstgefühl erleben die Gummihand-Illusion eher, selbst wenn visuelle und taktile Reize nicht übereinstimmen, was eine tiefe Verbindung zwischen psychologischer Identität und körperlichem Bewusstsein offenbart.

Die Forschung

An der McGill-Universität untersuchte ein Team um Professorin Jennifer Bartz mit der klassischen „Gummihand-Illusion“, wie unser Selbstgefühl mit unseren Körpergrenzen verbunden ist. In diesem Experiment hatten 77 Teilnehmer im Alter von 18–40 aus der McGill-Gemeinschaft eine Hand hinter einem Sichtschutz verborgen, während eine realistisch aussehende Gummihand vor ihnen platziert wurde. Sowohl die echte als auch die künstliche Hand trugen Handschuhe, um das Aussehen anzugleichen. Anschließend strichen die Forscher mit Pinseln über beide Hände – entweder synchron oder asynchron – und baten die Teilnehmer, ihr Gefühl der Zugehörigkeit zur Gummihand zu bewerten.

Wie erwartet empfanden die meisten Teilnehmer die Gummihand als ihre eigene, wenn die Streichbewegungen synchron waren. Aber der wichtigste Befund war, dass Personen, die auf einer Skala zur Messung von Klarheit, Kohärenz und Stabilität ihrer Identität niedrigere Werte erzielten, ein Gefühl der Zugehörigkeit auch dann berichteten, wenn die Streichbewegungen asynchron waren – wenn visuelle und taktile Signale völlig nicht übereinstimmten. Das bedeutet, dass ihr körperliches Selbstgefühl formbarer war, leichter getäuscht werden konnte und die künstliche Hand als Teil ihres Körpers akzeptierte.

Diese Studie repliziert und bestätigt eine kleinere Pilotstudie unter der Leitung der Co-Autorin Sonia A. Krol und festigt damit die empirische Verbindung zwischen abstrakter psychologischer Identität und Körperbewusstsein. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Psychological Research (Mai 2026) veröffentlicht.

Warum es wichtig ist

Diese Erkenntnisse unterstützen die Theorie der „verkörperten Kognition“ – die Idee, dass unsere Gedanken, Gefühle und unser Selbstgefühl nicht getrennt von unserem physischen Körper sind, sondern tief in ihm verwurzelt. Dies hat wichtige Implikationen für psychiatrische Erkrankungen wie die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS), bei der Menschen oft unter Identitätsinstabilität leiden. Das Verständnis, dass ein fragmentiertes Selbstkonzept mit einer flexibleren Körpergrenze verbunden ist, könnte neue therapeutische Wege eröffnen, etwa körperbezogene Interventionen, um das Selbstgefühl zu stärken.

Für uns alle zeigt es, wie unser mentaler Zustand beeinflussen kann, wie wir uns selbst und die Welt körperlich wahrnehmen. Wenn Sie sich über Ihre Identität unsicher fühlen, sind Sie möglicherweise anfälliger für äußere Einflüsse – nicht nur psychologisch, sondern auch in Ihrer Körperwahrnehmung.

Was Sie tun können

Möchten Sie Ihr Selbstgefühl stärken? Hier sind einige evidenzbasierte Schritte:

  • Praxis der Achtsamkeit: Die Aufmerksamkeit auf Ihren Körper und Atem kann Körperbewusstsein und Selbstklarheit verbessern.
  • Tagebuch schreiben: Das Reflektieren über Ihre Werte und Ziele kann helfen, Ihre Identität zu festigen.
  • Kognitives Training: Gehirntrainingsspiele, die Aufmerksamkeit und Gedächtnis herausfordern, können indirekt ein stabileres Selbstkonzept unterstützen.

„Ein schwächeres psychologisches Selbstgefühl korreliert direkt mit einer niedrigeren Grundlinie des fundamentalen Körperbewusstseins.“ – Dr. Jennifer Bartz, leitende Autorin

Quelle: Neuroscience News

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