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Ratten zeigen echte Empathie – nur anders als Menschen

Ratten zeigen echte Empathie – nur anders als Menschen

Ratten zeigen echte Empathie – sie bevorzugen es, einen eingesperrten Käfiggenossen zu befreien, anstatt Schokolade zu nehmen, und sie helfen nur Freunden, nicht Fremden. Eine neue systematische Bewertung bestätigt, dass dies kein bloßer Instinkt ist, sondern eine abgestufte Form von Empathie. Allerdings nehmen Ratten die Absichten oder Überzeugungen anderer nicht so wahr wie Menschen.

Die Forschung

In einer wegweisenden Studie aus dem Jahr 2011, veröffentlicht in Science, befreite eine freie Ratte, die zwischen Schokolade und einem eingesperrten Käfiggenossen wählen konnte, konsequent zuerst die gefangene Ratte und teilte dann die Schokolade. Um festzustellen, ob es sich um echte Empathie oder bloßen Instinkt handelte, entwickelten Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter der Leitung von Professor Albert Newen ein fünfdimensionales Rahmenwerk zur Bewertung von tierischer Empathie. Die Dimensionen sind: Erkennen von Emotionen, Erkennen der Situation, Erkennen von mentalen Zuständen, Verhaltensflexibilität und auf andere gerichtetes Handeln.

Bei Anwendung dieses Rahmenwerks auf Daten der Studie von 2011 und späterer Replikationen stellte das Team fest, dass Ratten in Bezug auf Flexibilität und Erkennen von Situation/Emotion moderat hoch abschneiden, in Bezug auf die Ausrichtung auf andere moderat (sie helfen nur vertrauten Ratten) und in Bezug auf das Erkennen mentaler Zustände nahe null (sie schließen nicht auf Absichten oder Überzeugungen). Die Schlussfolgerung, veröffentlicht in Neuroscience News (2. Juli 2026), lautet, dass Ratten ein echtes, aber begrenztes „Profil“ von Empathie besitzen – ein abgestuftes, nicht binäres Merkmal.

Warum es wichtig ist

Diese Forschung stellt die lange vertretene Ansicht in Frage, dass Empathie einzigartig menschlich sei. Sie zeigt, dass die Bausteine sozialer Bindung – das Erkennen von Not und das Handeln, um zu helfen – über Arten hinweg existieren. Für Sie bedeutet dies, dass Ihre eigene Fähigkeit zur Empathie wahrscheinlich auf einem Kontinuum mit anderen Tieren liegt. Das Verständnis, dass Empathie nicht alles oder nichts ist, kann Ihnen helfen, die Komplexität Ihrer eigenen sozialen Instinkte zu schätzen und vielleicht weniger kritisch mit Momenten umzugehen, in denen Sie sich weniger einfühlsam fühlen.

Was Sie tun können

Um Ihre Empathie zu stärken, üben Sie Perspektivenübernahme: Stellen Sie sich vor, was jemand anderes fühlt und warum. Knüpfen Sie auch starke soziale Bindungen – Ratten helfen nur Ratten, die sie kennen, und Menschen sind ähnlich. Verbringen Sie Qualitätszeit mit Freunden und Familie, um diese Verbindung aufrechtzuerhalten.

Quelle: Neuroscience News

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