Eine bahnbrechende Studie, die mit einem 1,2 Millionen Pfund schweren UKRI-Zuschuss finanziert wird, wendet Gleichungen der Quantenphysik an, um zu entschlüsseln, wie starke Emotionen das menschliche Gedächtnis verzerren. Forscher der Newcastle University unter der Leitung von Dr. Barbara-Anne Robertson werden den Quantenformalismus – ein mathematisches Rahmenwerk, das normalerweise subatomaren Teilchen vorbehalten ist – nutzen, um zu modellieren, warum manche emotionalen Momente hypergenau bleiben, während andere ihre zeitliche Ordnung verlieren.
Wie Emotionen die Zeitachse des Gedächtnisses durcheinanderbringen
Unser Gedächtnis ist auf zeitliche Ordnung angewiesen, um eine kohärente Lebenserzählung zu erstellen. Aber starke Emotionen können diese Ordnung stören, sodass Ereignisse aus der Reihenfolge geraten oder aus unserer mentalen Zeitachse verschwinden. Die traditionelle Psychologie hatte Schwierigkeiten, diese Verzerrungen vorherzusagen. Die Quantenmechanik hingegen basiert auf nicht-kommutativen Prinzipien, bei denen die Reihenfolge der Operationen das Ergebnis ändert – eine Eigenschaft, die widerspiegelt, wie emotionaler Kontext Erinnerungen umordnen kann.
Das Quantum Emotions-Projekt
Das Projekt mit dem Namen Quantum Emotions bringt Experten aus Psychologie, kognitiver Neurowissenschaft, Quantentheorie und Gedächtnisforschung zusammen. Dr. Jonte Hance, Leiter der Quantengruppe in Newcastle, erklärt: "Dies ist eine aufregende Gelegenheit, Ideen aus der Quantentheorie zu nutzen, um Systeme außerhalb der Physik zu modellieren, wie das emotionale Gedächtnis, bei dem die Reihenfolge von Ereignissen wirklich wichtig ist." Das Team wird mit führenden Quantenkognitionsforschern in Japan und Schweden zusammenarbeiten, um reale kognitive Modelle zu entwickeln.
Was die Forschung herausfand
Obwohl sie sich noch in einem frühen Stadium befindet, hat die Studie bereits wichtige Verhaltensmuster identifiziert: Emotionale Belastung oder Euphorie können dazu führen, dass Erinnerungen falsch ausgerichtet werden und ihre chronologische Genauigkeit verlieren. Die Forscher wollen die neuronalen Systeme kartieren, die während dieser Verzerrungen aktiviert werden. Diese Arbeit könnte zu praktischen Werkzeugen für die Diagnose psychiatrischer Erkrankungen, die Verbesserung von Zeugenaussagen und das Verständnis des kognitiven Alterns führen.
Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist
Ihr Gedächtnis ist keine perfekte Aufnahme – es wird jedes Mal rekonstruiert, wenn Sie sich an ein Ereignis erinnern, und Emotionen beeinflussen diese Rekonstruktion maßgeblich. Die Mathematik hinter diesen Verzerrungen zu verstehen, kann Ihnen helfen zu erkennen, warum bestimmte Erinnerungen lebendig wirken, während andere verblassen. Es öffnet auch Türen für gezielte Gehirntrainingsübungen, die die Gedächtnisgenauigkeit verbessern könnten.
Was Sie tun können
Um Ihr Gedächtnis zu schärfen, praktizieren Sie Achtsamkeit und emotionale Regulierung – ruhige Zustände bewahren die zeitliche Ordnung tendenziell besser als extreme Höhen oder Tiefen. Das Führen eines Tagebuchs kann Ihnen auch helfen, Ihre emotionalen Erinnerungen mit geschriebenen Fakten abzugleichen und Ihr Gehirn zu trainieren, genaue Zeitlinien beizubehalten.
Quelle: Neuroscience News
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