Gegen eine andere Person Schere-Stein-Papier zu spielen, kann deine Entscheidungen tatsächlich zufälliger machen, als gegen einen Zufallszahlengenerator zu spielen, wie eine neue Studie zeigt. Die im Mai 2026 auf arXiv veröffentlichte Studie von Song-Ju Kim, Shoma Ohara und Hiroaki Kurokawa enthüllt, dass menschliche Interaktion unser Verhalten über unsere üblichen kognitiven Grenzen hinaus treiben kann und eine seltene Form von hochkomplexer Zufälligkeit erzeugt.
Die Forschung
Das Team analysierte über 100 Schere-Stein-Papier-Spiele mit 9 Teilnehmern, insgesamt 216 einzelne Zugsequenzen. Sie verwendeten ein Maß namens Lempel-Ziv-Komplexität (LZC), um zu quantifizieren, wie zufällig die Sequenz jedes Spielers war. Beim Spielen gegen einen zufälligen (RNG) Gegner erreichte der höchste LZC-Wert eines Menschen 84. Dies diente als Basislinie für die typische menschliche Zufälligkeit.
In Mensch-Mensch-Spielen lagen die meisten Sequenzen unter diesem Schwellenwert von 84, aber eine kleine Anzahl überschritt ihn tatsächlich – und bildete einen „Hochkomplexitätsschwanz“, der gegen einen zufälligen Gegner nie auftrat. Um zu verstehen, warum, entwickelten die Forscher eine „Sensitivitätsmetrik“: Wie oft reagiert ein Spieler auf den häufigsten letzten Zug des Gegners, indem er den Zug wählt, der ihn schlägt. Mithilfe statistischer Modelle fanden sie heraus, dass diese Sensitivität beim Spieler einen Anstieg der zukünftigen Zugentropie (Zufälligkeit) des Gegners vorhersagt, insbesondere wenn die Züge des Gegners bereits in einem zustand niedriger Entropie und verzerrt waren.
Die zirkuläre Verschiebungssurrogatanalyse bestätigte, dass dieser Effekt interaktionsspezifisch ist: Der Zufälligkeitsschub tritt nur während des Live-Spiels auf, nicht wenn die Sequenzen künstlich durcheinandergebracht werden. Die Ergebnisse legen nahe, dass menschliche Zufälligkeit nicht nur eine individuelle Fähigkeit ist, sondern durch soziale Interaktion auf zustandsabhängige Weise verbessert werden kann.
Warum es wichtig ist
Diese Studie stellt die Idee in Frage, dass Zufälligkeit eine feste Eigenschaft ist. Sie zeigt, dass die Interaktion mit einer anderen Person unsere gewohnten Vorurteile destabilisieren und uns zu unberechenbarerem Verhalten drängen kann. Für das kognitive Training bedeutet dies, dass das Üben gegen adaptive Gegner – anstelle von statischen Übungen – besser dazu beitragen könnte, die Fähigkeit zu verbessern, zufällige Sequenzen zu erzeugen, eine Fähigkeit, die mit Kreativität und Problemlösung verbunden ist.
Was du tun kannst
Versuche, Strategiespiele wie Schere-Stein-Papier oder Schach gegen einen Live-Partner statt gegen einen Computer zu spielen. Beachte, wie sich deine Entscheidungen ändern, wenn du dich an die Muster einer anderen Person anpassen musst. Mit der Zeit könnte das deine kognitive Flexibilität und die Fähigkeit, aus starrem Denken auszubrechen, verbessern.
Quelle: arXiv q-bio.NC
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