Der Konsum eines Psychedelikums am 4. Juli wurde mit einem langfristigen Rückgang der Unterstützung für politische Gewalt in Verbindung gebracht, doch dieselbe Erfahrung während einer Wahlsaison schien sie zu erhöhen – das ergab eine Studie mit 21.990 US-Erwachsenen, die in Psychedelic Medicine veröffentlicht wurde.
Die Forschung
Die Studie, die diesen Monat in der Fachzeitschrift Psychedelic Medicine veröffentlicht wurde, analysierte Längsschnittdaten von 21.990 US-Erwachsenen. Die Forscher baten die Teilnehmer, sich an ihre intensivste psychedelische Erfahrung und deren Datum zu erinnern, und verfolgten dann ihre Einstellungen zu politischer und parteilicher Gewalt bei der Nachbefragung.
Teilnehmer, deren intensivster Trip auf den 4. Juli fiel – einen Feiertag, der mit gemeinsamer kultureller Feier und nationaler Einheit verbunden ist –, berichteten über einen signifikanten, messbaren Rückgang der Unterstützung für parteiliche Gewalt. Die Autoren vermuten, dass die Themen des Feiertags – Einheit und gemeinsame Geschichte – durch den psychedelischen Zustand zu einer prosozialen, gewaltablehnenden Weltanschauung verstärkt wurden.
Das Muster kehrte sich bei denen um, deren intensivste Erfahrung mit nationalen Parteitagen oder Daten näher am Wahltag zusammenfiel. In diesen politisch aufgeladenen Umgebungen war der Psychedelika-Konsum mit einer Zunahme der Unterstützung für parteiliche Gewalt verbunden. Der umgebende Tribalismus, die politische Angst und die Atmosphäre des Wir-gegen-sie schienen stattdessen verstärkt zu werden.
Die Ergebnisse stellen die populäre Vorstellung von Psychedelika als inhärente „Friedensmoleküle“ infrage, die automatisch universelle Liebe und Pazifismus erzeugen. Stattdessen stützen die Daten die Ansicht, dass diese Substanzen als neutrale, unspezifische Verstärker des umgebenden kulturellen Umfelds wirken – sie vergrößern die jeweils vorherrschende kollektive Stimmung. Dies ist eine der größten realen Beobachtungsstudien darüber, wie makroökologische soziopolitische Bedingungen die Verhaltensauswirkungen des Psychedelika-Konsums verändern.
Warum es wichtig ist
Für alle, die sich für Kognition und Gehirntraining interessieren, bietet diese Forschung eine eindrückliche Lektion über kontextabhängige Neuroplastizität. Psychedelika sind dafür bekannt, vorübergehende Fenster erhöhter Suggestibilität und neuronaler Flexibilität zu erzeugen. Was dieses Fenster füllt – Einheit oder Spaltung –, kann langfristige Einstellungen und Überzeugungen prägen. Dasselbe Prinzip gilt allgemeiner: Ihr mentaler Zustand und Ihr Umfeld beeinflussen, wie Sie Erfahrungen interpretieren und verinnerlichen. Dies zu verstehen kann Ihnen helfen, bewusster mit den Kontexten umzugehen, in denen Sie lernen, reflektieren oder Ihre Denkmuster ändern möchten.
Was Sie tun können
- Achten Sie auf Ihr mentales Umfeld. Wenn Sie sich in einem stark suggestiblen oder emotional aufgeladenen Zustand befinden, nehmen Sie wahr, welche Narrative und Emotionen Sie umgeben.
- Suchen Sie einende Kontexte für die Reflexion. Gemeinsame Feiern, Gemeinschaftsveranstaltungen und positive soziale Umgebungen können prosoziales Denken stärken.
- Trainieren Sie Ihre kognitive Flexibilität. Regelmäßiges Gehirntraining kann Ihnen helfen, Ihr Denken anzupassen und tribalistische Impulse zu widerstehen – besonders in stressigen Zeiten wie Wahlsaisons.
Quelle: Neuroscience News
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