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Warum manche Gehirne Alzheimer widerstehen: Seltene unreife Neuronen könnten der Schlüssel sein

Manche Menschen bleiben geistig fit, obwohl ihr Gehirn die Veränderungen der Alzheimer-Krankheit aufweist – und eine neue Studie legt nahe, dass das Geheimnis in einer seltenen Gruppe unreifer Hirnzellen liegen könnte, die überleben und das umgebende Gewebe unterstützen, anstatt dem Schaden zu erliegen.

Die Forschung

Forscher des Netherlands Institute for Neuroscience – Teil der Königlich Niederländischen Akademie der Künste und Wissenschaften (KNAW) – untersuchten gespendetes Hirngewebe der Netherlands Brain Bank. Die von der leitenden Autorin Evgenia Salta geleitete Studie verglich drei Gruppen: gesunde Personen, Menschen mit der Diagnose Alzheimer und Menschen, die Alzheimer-Pathologie in ihrem Gehirn aufwiesen, aber nie eine Demenz entwickelten (oft als „widerstandsfähige“ Personen bezeichnet).

Das Team konzentrierte sich auf eine kleine Region im Gedächtniszentrum des Gehirns – einen der wenigen Orte, an denen die adulte Neurogenese, die Bildung neuer Neuronen, beim Menschen noch stattfinden könnte. Da die Zielzellen extrem selten sind, entwickelten die Forscher neue Analysemethoden, die speziell auf menschliches Gewebe zugeschnitten sind und die Abhängigkeit von Tiermodellen verringern.

Sie fanden heraus, dass unreife Neuronen – junge Zellen, die noch nicht vollständig ausgereift sind – in allen Gruppen vorhanden waren, selbst bei Personen mit einem Durchschnittsalter von über 80 Jahren. Doch das Überraschende war nicht die Anzahl der Zellen. Widerstandsfähige Gehirne hatten nicht dramatisch mehr unreife Neuronen als von Alzheimer betroffene Gehirne.

Der entscheidende Unterschied lag vielmehr im Verhalten der Zellen. Bei widerstandsfähigen Personen schienen die unreifen Neuronen Programme zu aktivieren, die ihnen helfen zu überleben und mit Schäden umzugehen. Diese Gehirne zeigten zudem geringere Signale im Zusammenhang mit Entzündungen und Zelltod.

„Bei widerstandsfähigen Personen scheinen diese Zellen Programme zu aktivieren, die ihnen helfen zu überleben und mit Schäden umzugehen“, sagte Salta. „Wir sehen auch geringere Signale im Zusammenhang mit Entzündungen und Zelltod.“

Salta wies darauf hin, dass etwa 30 Prozent der älteren Erwachsenen, die an Alzheimer erkranken, nie Symptome entwickeln – ein Rätsel, das die Studie motivierte. Sie warnte, dass das Team aufgrund der Verwendung von gespendetem Gewebe nicht direkt beobachten könne, wie diese Zellen in lebenden Gehirnen funktionieren, und dass Resilienz wahrscheinlich keine einzige Erklärung habe. „Dies ist ein Puzzleteil eines sehr großen Puzzles“, sagte sie.

Warum es wichtig ist

Diese Studie lenkt die Aufmerksamkeit davon ab, einfach Neuronen zu zählen, hin zum Verständnis dafür, wie Hirnzellen kommunizieren, überleben und Entzündungen bewältigen. Wenn unreife Neuronen als eine Art „Dünger“ für ein degenerierendes Netzwerk wirken – das umgebende Gewebe unterstützen und das Gehirn funktionsfähig halten –, könnte das völlig neue Wege zum Schutz des Gedächtnisses im Alter eröffnen. Für alle, die neugierig auf ihre eigene Kognition sind, lautet die Erkenntnis, dass es bei der Gesundheit des Gehirns nicht nur darum geht, wie viele Zellen man hat, sondern auch um die Umgebung, die man für sie schafft. Chronische Entzündungen und Zellstress sind Faktoren, die man durch Lebensstilentscheidungen beeinflussen kann, auch wenn man seine Genetik nicht ändern kann.

Was Sie tun können

  • Lernen Sie weiterhin herausfordernde neue Fähigkeiten – das unterstützt die Neuroplastizität und kann helfen, die kognitive Reserve zu erhalten.
  • Priorisieren Sie Schlaf, da er hilft, entzündliche Abfallprodukte aus dem Gehirn zu entfernen.
  • Bleiben Sie körperlich aktiv; Bewegung wird mit geringerer Entzündung und besserer Gehirngesundheit in Verbindung gebracht.
  • Essen Sie eine mediterrane Ernährung, die reich an entzündungshemmenden Lebensmitteln ist.
  • Bewältigen Sie chronischen Stress, der mit der Zeit Entzündungen verstärken kann.

Quelle: ScienceDaily Mind & Brain

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