Bisher dachte man, das Gehirn habe separate Leitungen für das Empfinden von Wärme und Kälte. Eine neue Studie stellt diese Vorstellung auf den Kopf: Eine einzige Population von Nervenzellen verarbeitet beides, mithilfe eines einfachen Raten-Codes.
Die Forschung
Unter der Leitung von Dr. Phillip Bokiniec und Dr. Clarissa Whitmire vom Max-Delbrück-Centrum und dem Queensland Brain Institute verwendete das Team Zwei-Photonen-Mikroskopie, um Hunderte von temperaturerfassenden Neuronen in den Spinalganglien wacher Mäuse abzubilden. Sie fanden heraus, dass die meisten dieser Zellen Generalisten sind: Bei Kälte feuern sie schneller, bei Wärme verlangsamen sie ihr Grundfeuern. Der TRPM8-Ionenkanal, lange als „Kälterezeptor“ bezeichnet, steuert tatsächlich beide Reaktionen. Wurde er blockiert, verschwand die neuronale Reaktion sowohl auf Kühlung als auch auf Erwärmung.
Warum das wichtig ist
Dies verändert unser Verständnis der sensorischen Verarbeitung. Statt eigener Leitungen für heiß und kalt liest das Gehirn ein einziges Zifferblatt, das sein Signal erhöht oder verringert. Dies könnte erklären, warum manche Menschen Kälte intensiver empfinden oder warum bestimmte Nervenerkrankungen die Temperaturwahrnehmung verzerren.
Was Sie tun können
Wenn Sie eine nervenbedingte Temperaturempfindlichkeit haben, deutet diese Forschung darauf hin, dass das Problem im TRPM8-Kanal oder in der Verstärkungsregelung dieser einen Population liegen könnte. Bis dahin kann es helfen, neugierig zu bleiben und Achtsamkeit für die Signale Ihres Körpers zu üben, um Muster zu erkennen – ob Ihre „kalten Füße“ wirklich ein Gefäßproblem oder ein neuronales Problem sind.
Quelle: Neuroscience News
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