Eine neue, in PLOS One veröffentlichte Studie zeigt: Wenn Mütter länger brauchen, um auf die Lautäußerungen ihrer 12 Monate alten Babys zu reagieren, entwickelt das Kind mit höherer Wahrscheinlichkeit bis zum Alter von 7 Jahren eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder eine Störung des Sozialverhaltens.
Was die Forschung ergab
Forscher unter der Leitung von Bethany Stanley von der University of Glasgow analysierten Audioaufnahmen von 158 Mutter-Kind-Paaren aus der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC). Sie maßen, wie schnell Mütter innerhalb einer Sekunde auf die Lautäußerungen ihres Babys während einer Bilderbuch-Sitzung reagierten. Von diesen Kindern erhielten 55 bis zum Alter von 7 Jahren eine psychiatrische Diagnose, während 103 gematchte Kontrollen waren.
Die Ergebnisse waren frappierend: Für jede 10%ige Zunahme der Wahrscheinlichkeit einer mütterlichen Stimmreaktion innerhalb einer Sekunde sank die Wahrscheinlichkeit des Kindes, mit einer psychiatrischen Störung diagnostiziert zu werden, um 17% (OR 0,83, 95% KI: 0,71–0,95). Konkret sank das ADHS-Risiko um 21% (OR 0,79, 95% KI: 0,63–0,99) und das Risiko für Störungen des Sozialverhaltens um 20% (OR 0,80, 95% KI: 0,67–0,94). Wichtig: Es wurde kein Zusammenhang mit Autismus oder emotionalen Störungen wie Angst oder Depression gefunden.
Warum dies für Ihr Gehirn wichtig ist
Diese Studie unterstreicht die Bedeutung der Echtzeit-Kommunikation zwischen Eltern und Kind als potenziellen frühen Indikator für spätere kognitive und verhaltensbezogene Herausforderungen. Ko-Autor Professor Phil Wilson warnt jedoch: Langsame Reaktionen verursachen diese Störungen nicht; sie könnten auf gemeinsame genetische Merkmale oder Umweltbelastungen zurückgehen. Aber die Fähigkeit, dieses Mikroverhalten objektiv zu messen, könnte zu nicht-invasiven Screening-Instrumenten für eine frühzeitige Intervention führen, die Familien dabei unterstützen, eine gesunde Gehirnentwicklung zu fördern, bevor Probleme vollständig auftreten.
Was Sie tun können
Wenn Sie Eltern oder Betreuungsperson sind, kann die Beachtung des Zeitpunkts Ihrer Reaktionen auf die Lautäußerungen Ihres Säuglings helfen, eine positive Entwicklung zu fördern. Versuchen Sie, schnell und warmherzig zu antworten, wenn Ihr Baby brabbelt – innerhalb von ein oder zwei Sekunden. Selbst kleine Anpassungen in der Reaktionsfähigkeit können stärkere Kommunikationsmuster aufbauen und möglicherweise die kognitive Gesundheit Ihres Kindes unterstützen.
Quelle: Neuroscience News
Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainingslevel aus.