Startseite · Blog · Forschung

Kann Kreatin die Depressionstherapie verstärken? Durchwachsene Ergebnisse für ein überraschendes Supplement

Kann Kreatin die Depressionstherapie verstärken? Durchwachsene Ergebnisse für ein überraschendes Supplement

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das beliebte Fitness-Supplement Kreatin manchen Menschen mit Depression helfen kann – aber nicht allen. Eine systematische Übersichtsarbeit von fünf randomisierten kontrollierten Studien ergab, dass die tägliche Einnahme von 5 Gramm Kreatin zusätzlich zu Standard-Antidepressiva oder Therapie die Symptome bei erwachsenen Frauen mit schwerer depressiver Störung signifikant reduzierte, mit einer großen Effektstärke (Cohen's d = 1,13). Bei therapieresistenten Patienten, jugendlichen Mädchen oder Patienten mit bipolarer Depression zeigte Kreatin jedoch keinen Nutzen und löste sogar bei zwei bipolaren Patienten Manie aus.

Die Forschung

Unter der Leitung von Bassam Jeryous Fares von der Universität Ottawa analysierte die Übersichtsarbeit sechs veröffentlichte Berichte aus fünf Studien in Südkorea, den USA, Brasilien, Israel und Indien (insgesamt 238 Teilnehmer, Durchschnittsalter 36, überwiegend Frauen). Zwei Studien – beide mit Frauen mit schwerer depressiver Störung – ergaben, dass Kreatin plus Escitalopram oder kognitive Verhaltenstherapie zu starken Symptomrückgängen führten. Drei andere Studien fanden jedoch keinen Nutzen: Kreatin versagte bei therapieresistenten Erwachsenen, zeigte keine Wirkung bei jugendlichen Mädchen und war bei bipolarer Depression unwirksam (und riskant). Die Ergebnisse erscheinen in Brain Medicine.

Warum es wichtig ist

Das Gehirn ist ein Energiefresser und verbraucht etwa 20 % der Kalorien des Körpers. Kreatin hilft Zellen, ATP – die Energiewährung – zu produzieren, daher könnte die Erhöhung des Kreatinspiegels im Gehirn theoretisch die Stimmung verbessern. Diese gemischten Ergebnisse unterstreichen jedoch, dass Depression keine einheitliche Erkrankung ist. Der stärkste Nutzen zeigte sich bei erwachsenen Frauen, möglicherweise aufgrund von Geschlechtsunterschieden im Kreatinstoffwechsel. Das Manie-Risiko bei bipolaren Patienten ist eine entscheidende Sicherheitswarnung.

Was Sie tun können

Wenn Sie eine erwachsene Frau mit Depression sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Kreatin (5 g/Tag) Ihre Behandlung ergänzen könnte. Aber behandeln Sie sich nicht selbst: Kreatin ist kein Allheilmittel und kann bei bipolarer Störung gefährlich sein. Für die kognitive Gesundheit priorisieren Sie Schlaf, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung – bewährte Energie-Booster für Ihr Gehirn.

Quelle: Neuroscience News

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainingsstufen.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten