Forschern ist es erstmals gelungen, spezialisierte Netzhaut-Endothelzellen aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) zu züchten – eine skalierbare Quelle, die diabetische Retinopathie modellieren und geschädigte Netzhaut-Blutgefäße regenerieren kann. Nach Injektion in Mäuse integrierten sich diese im Labor gezüchteten Zellen in das Wirtsgewebe, bauten Blutgefäße wieder auf und stellten die Netzhautfunktion wieder her.
Die Forschung
Ein Team unter der Leitung von Dr. Sharon Gerecht und Parker Esswein an der Duke University entwickelte einen maßgeschneiderten Wachstumsfaktor-Cocktail, der Standard-iPSCs dazu brachte, Netzhaut-Endothelzellen zu werden – die seltenen Zellen, die die innere Auskleidung der Blutgefäße in der Netzhaut bilden. Die am 30. Juni in Nature Biomedical Engineering veröffentlichte und vom National Eye Institute und der NASA finanzierte Studie erzielte zwei wichtige Erfolge. Erstens bildeten die Zellen in Laborschalen funktionelle Gefäßnetzwerke, die bei hohem Glukose- und niedrigem Sauerstoffgehalt genau so zusammenbrachen, wie es die diabetische Retinopathie bei Patienten tut – ein realistisches Modell für Medikamententests. Zweitens steuerten die iPSC-abgeleiteten Zellen, wenn sie in Mausmodelle mit schwachen Netzhautgefäßen injiziert wurden, zu Schadensstellen, integrierten sich in die vorhandene Matrix und bauten robuste neue Gefäße mit verstärkten Barrieren, die einen Sehverlust verhinderten. Die Duke University hat ein Patent sowohl auf die Zelltherapie als auch auf die Plattform für Medikamententests angemeldet.
Warum es wichtig ist
Netzhaut-Gefäßerkrankungen wie die diabetische Retinopathie betreffen Millionen von Menschen und sind eine der Hauptursachen für Erblindung. Die Netzhaut ist Teil des zentralen Nervensystems, geschützt durch eine hochselektive Blut-Netzhaut-Schranke, die aus diesen spezialisierten Endothelzellen besteht. Da diese Zellen anderswo im Körper nicht vorkommen, war ihre Beschaffung ein Engpass. Dieser Durchbruch bietet eine unbegrenzte, standardisierte Versorgung für die Forschung und mögliche Therapien. Für Ihre eigene Kognition: Zu verstehen, wie Stammzellen Nervengewebe wieder aufbauen können, unterstreicht das regenerative Potenzial des Gehirns – und die Bedeutung des Schutzes Ihrer Blutgefäße durch einen gesunden Lebensstil.
Was Sie tun können
Auch wenn diese Therapie noch vorklinisch ist, können Sie jetzt Ihre Netzhautgesundheit unterstützen: Kontrollieren Sie Blutzucker und Blutdruck durch Ernährung und Bewegung. Hoher Glukose- und niedriger Sauerstoffgehalt schädigen die Netzhautgefäße – wenn Sie diese in Schach halten, reduzieren Sie das Risiko. Denken Sie auch an regelmäßige Augenuntersuchungen, um frühe Anzeichen zu erkennen.
Quelle: Neuroscience News
Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainings-Level.