Ketamin und psychedelische Drogen könnten Depressionen lindern, indem sie die Kommunikation zwischen Immunsystem und Gehirn verändern, so eine neue Studie. Forscher fanden heraus, dass diese unterschiedlichen Behandlungen auf dieselben Immunsignale einwirken und möglicherweise einen Bluttest bieten, der vorhersagt, wer davon profitieren wird.
Die Forschung
Wissenschaftler am University of Texas MD Anderson Cancer Center leiteten die Studie, die in Molecular Psychiatry veröffentlicht wurde. Sie analysierten Labormodelle und eine frühere klinische Studie mit Ketamin gegen behandlungsresistente Depressionen. Das Team entdeckte, dass beide, obwohl sie auf verschiedene Rezeptoren im Gehirn wirken – Ketamin auf NMDA-Rezeptoren und Psychedelika wie Psilocybin auf Serotonin-Rezeptoren – ähnliche Veränderungen bei immunbezogenen Molekülen in Gehirnzellen auslösen. Insbesondere konzentrierten sie sich auf zwei Zytokine: Interleukin-15 (IL-15) und Interleukin-7 (IL-7). Diese Immunsignalmoleküle wurden nach der Behandlung in gleicher Weise verändert.
In der klinischen Studie hatten Patienten, die gut auf Ketamin ansprachen, deutliche Ausgangs-Immunprofile: eine niedrigere IL-15-Aktivität und eine höhere B-Zell-Signalisierung im Vergleich zu Nicht-Respondern. Nach erfolgreicher Behandlung wurden diese Ungleichgewichte umgekehrt, und die elektrische Aktivität des Gehirns (gemessen per EEG) verschob sich entsprechend. Die blutbasierten Biomarker entsprachen den Veränderungen im Gehirn, was darauf hindeutet, dass ein einfacher Bluttest als Stellvertreter für das Geschehen im Gehirn dienen könnte.
Warum es wichtig ist
Depressionen sind weltweit eine der Hauptursachen für Behinderungen, und viele Menschen sprechen nicht auf Standard-Antidepressiva an. Schnell wirkende Behandlungen wie Ketamin und Psychedelika können schnell wirken, aber Ärzte können nicht immer vorhersagen, wer darauf anspricht. Wenn diese Immun-Biomarker validiert werden, könnten sie Behandlungsentscheidungen leiten und Patienten ersparen, unwirksame Therapien auszuprobieren. Darüber hinaus könnte das Verständnis dieser neuroimmunen Achse zu neuen Wirkstoffzielen führen, die zugänglicher sind als Psychedelika oder Ketamin.
Was Sie tun können
Obwohl diese Forschung noch in den Anfängen steckt, unterstreicht sie den Zusammenhang zwischen Immungesundheit und psychischer Gesundheit. Sie können Ihr Gehirn unterstützen, indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen: regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln, Stressbewältigung und ausreichend Schlaf. Halten Sie Ausschau nach zukünftigen Bluttests, die zur Personalisierung der Depressionsbehandlung beitragen könnten.
Quelle: Neuroscience News
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