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Hippocampus-Schaltkreis verbindet Gedächtnisverlust mit Apathie

Gedächtnisfehler und ein Verlust der Motivation könnten auf denselben gestörten Hirnschaltkreis zurückgehen – das legt eine neue Studie zur autoimmunen limbischen Enzephalitis nahe, einer Erkrankung, bei der das Immunsystem das Gedächtniszentrum des Gehirns angreift, den Hippocampus.

Die Forschung

Bahaaeddin Attaallah vom Imperial College London und Maria Raquel Maio von der University of Oxford leiteten eine Studie, in der Patienten mit autoimmuner limbischer Enzephalitis mit altersentsprechenden gesunden Kontrollpersonen verglichen wurden. Die Arbeit wurde im Journal of Neuroscience veröffentlicht, das Quellmaterial wurde über die Society for Neuroscience und Neuroscience News geteilt.

Die Teilnehmer absolvierten räumliche Gedächtnisaufgaben, genauer gesagt Objekt-Ort-Bindungen – dabei werden bestimmte Objekte mit den exakten Orten verknüpft, an denen sie erschienen. Die Patienten schnitten bei diesen Aufgaben deutlich schlechter ab als die Kontrollpersonen, ein Defizit, das direkt Hippocampus-Schäden widerspiegelt. Die Befunde wurden anschließend mit struktureller und funktioneller Neurobildgebung untersucht, um zu kartieren, was im Gehirn vor sich ging.

Das zentrale Ergebnis war eine Korrelation, die ausschließlich in der Patientengruppe auftrat: Je mehr Objekt-Ort-Fehler eine Person machte, desto schwerer war ihre klinische Apathie. Apathie bedeutet hier einen Verlust zielgerichteter Motivation, Initiative und emotionaler Ansprechbarkeit – nicht Traurigkeit oder Verzweiflung. Entscheidend ist, dass dieser Zusammenhang auch nach Berücksichtigung depressiver Symptome und allgemeiner kognitiver Fähigkeiten bestehen blieb, was darauf hindeutet, dass die Apathie bei diesen Patienten biologisch von einer Depression zu unterscheiden ist.

Die Bildgebung offenbarte zwei neuronale Marker hinter diesem Muster. Erstens hatten Patienten mit mehr Gedächtnisfehlern kleinere Hippocampi – messbare Atrophie in dieser Struktur. Zweitens zeigten dieselben Patienten eine schwächere funktionelle und strukturelle Konnektivität zwischen dem Hippocampus und dem Präfrontalkortex, dem Zentrum des Gehirns für exekutive Kontrolle und Motivation. Diese Kopplung zwischen Gedächtnisfehlern und Apathie wurde nur bei Patienten beobachtet, nicht bei gesunden Kontrollpersonen.

Attaallah sagte, das Team untersuche nun den Zusammenhang zwischen Apathie und Kognition in verschiedenen Kohorten: „Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen Apathie und Kognition in verschiedenen Kohorten mit Parkinson-Krankheit und Demenz mit unterschiedlichen Methoden, darunter große Datenanalysen und experimentelle Aufgaben. Das wird es uns ermöglichen, ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie menschliches Gedächtnis und Motivation bei diesen Erkrankungen überlappen.“

Warum es wichtig ist

Gedächtnisverlust und Apathie treten bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson oft gemeinsam auf, doch der Grund dafür war unklar. Diese Studie weist auf einen gemeinsamen Schaltkreis hin – den Weg zwischen Hippocampus und Präfrontalkortex –, der beiden Symptomen zugrunde liegen könnte. Das ordnet Apathie neu ein: nicht als psychologische Reaktion auf das Vergessen, sondern als Signal dafür, dass dieselbe neuronale Verschaltung, die das Gedächtnis unterstützt, möglicherweise auch die Motivation stützt. Für alle, die über ihre eigene kognitive Gesundheit nachdenken, lautet die Erkenntnis, dass Motivation und Gedächtnis enger miteinander verbunden sind, als es scheinen mag. Ein spürbarer Rückgang des Antriebs, besonders zusammen mit Gedächtnislücken, könnte es wert sein, mit einem Arzt besprochen zu werden, statt ihn als Stimmungsproblem abzutun.

Was Sie tun können

  • Verfolgen Sie Muster, nicht einzelne Momente. Wenn Ihnen sowohl Gedächtnisaussetzer als auch eine anhaltend reduzierte Motivation auffallen, notieren Sie, wann sie gemeinsam auftreten.
  • Bleiben Sie geistig aktiv mit Aufgaben, die Objekte und Orte kombinieren – Navigation, Kochen aus dem Gedächtnis oder räumliche Puzzles –, um die Hippocampus-Präfrontalkortex-Schaltkreise zu trainieren.
  • Priorisieren Sie Schlaf und aerobe Bewegung, die in der allgemeinen Forschung beide mit der Gesundheit des Hippocampus in Verbindung gebracht werden.
  • Bringen Sie anhaltende Veränderungen zu einem Arzt, statt selbst zu diagnostizieren; Apathie kann mehrere mögliche Ursachen haben.

Quelle: Neuroscience News

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