Wissenschaftler haben zwei benachbarte Hirnschaltkreise identifiziert, die etwa eine halbe Sekunde vor der Handlung vorhersagen, ob Sie ein Risiko eingehen oder auf Nummer sicher gehen.
Die Forschung
Ein interdisziplinäres Team der UC San Francisco und UC Berkeley zeichnete direkt von Elektroden auf, die in die Gehirne von sechs Epilepsiepatienten implantiert wurden, die sich einer chirurgischen Abklärung unterzogen. Unter der Leitung von Clara Starkweather, MD, PhD, einer leitenden Assistenzärztin für Neurochirurgie an der UCSF, und den Co-Seniorenautoren Edward Chang, MD, und Robert Knight, MD, entwarfen die Forscher ein immersives Videospiel, um die Teilnehmer bei der Stange zu halten. Die Spieler navigierten durch labyrinthartige Korridore, die mit Sprengstoffen gesäumt waren, um leuchtende Schatztruhen zu erreichen, und wählten in jedem Versuch zwischen einem mit Bomben gespickten Korridor mit der Chance auf Rubine oder einem sichereren Weg, der ihren Punktestand bewahrte.
Die direkten intrakraniellen Aufzeichnungen, veröffentlicht in Nature Neuroscience, zeigten eine klare anatomische Trennung. Eine mediale Region namens medialer orbitofrontaler Sulcus schwoll vor Aktivität an, wenn ein Spieler beschloss, ein Risiko einzugehen. Ein lateraler orbitofrontaler Bereich, etwa zwei Zentimeter weiter außen in Richtung Schläfe gelegen, spitzte sich zu, wann immer ein Spieler sich zurückzog. Diese benachbarten Cluster arbeiteten in exakter, inverser Synchronisation: Wenn der eine anstieg, fiel der andere ab. Computermodellierungen von Starkweather und Knight zeigten, dass das Muster eher einem hin- und herschaltenden Schalter als einem sich sanft drehenden Regler ähnelte, wobei die Aktivität die Wahl 500 Millisekunden vor der physischen Handlung der Person vorhersagte. Die Studie umging die Einschränkungen der Standard-fMRI, die durch luftgefüllte Sinus hinter den Augen für saubere orbitofrontale Kortexsignale blind ist.
Warum es wichtig ist
Diese Forschung bietet ein präzises Ziel für Therapien, die Erkrankungen behandeln, die durch pathologische Vermeidung gekennzeichnet sind, wie Zwangsstörungen und Depressionen, oder durch zwanghaftes Risikoverhalten, wie Sucht. Für jeden, der neugierig auf seine eigene Kognition ist, hebt sie hervor, dass viele Entscheidungen durch schnelle, gegensätzliche neuronale Signale geprägt werden, bevor sie ins Bewusstsein gelangen. Das Verständnis dieses Tauziehens kann Ihnen helfen zu erkennen, dass Ihr Gefühl einer bewussten Wahl von Gehirnaktivität beeinflusst sein könnte, die Ihnen noch nicht bewusst ist.
Was Sie tun können
- Üben Sie, vor Entscheidungen mit hohem Einsatz innezuhalten, damit sich gegensätzliche Signale setzen können.
- Nutzen Sie kurze Achtsamkeit, um Impulse zu beobachten, ohne sofort danach zu handeln.
- Verfolgen Sie Ihre Risikomuster in einem Tagebuch, um mit der Zeit Verzerrungen zu erkennen.
- Beteiligen Sie sich an kognitivem Training, das schnelle Entscheidungsfindung unter Unsicherheit herausfordert.
Quelle: Neuroscience News
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