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Benachteiligte Viertel beschleunigen die Hirnalterung

In einem sozioökonomisch benachteiligten Viertel zu leben, wird mit einem Gehirn in Verbindung gebracht, das älter aussieht als es ist – das ergibt eine große klinische MRT-Studie, die in Radiology veröffentlicht wurde.

Die Forschung

Forscher der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health analysierten 2.826 klinische Hirn-MRT-Scans (1.094 Männer und 1.732 Frauen, im Alter von 18 bis 96 Jahren), die zwischen Januar und Juni 2024 an den University of Wisconsin Hospitals and Clinics und bei Partnern der Gesundheitsversorgung in der Gemeinde erhoben wurden. Unter der Leitung des Seniorautors John-Paul J. Yu, M.D., Ph.D., schloss das Team Scans mit sichtbaren neurologischen Erkrankungen aus, normalisierte das Hirnvolumen auf die Kopfgröße und kontrollierte Alter und Geschlecht.

Um die Umgebung zu erfassen, ordneten sie die Postleitzahl jedes Patienten dem Area Deprivation Index (ADI) zu, einem Maß auf Zensus-Block-Ebene, das aus 17 Markern zu Einkommen, Wohnqualität, Beschäftigung und Bildung aus dem American Community Survey 2023 gebildet wird.

Es zeigten sich zwei klare Muster. Erstens wiesen Menschen in den am stärksten benachteiligten Vierteln eine größere „Hirnalterslücke“ auf – ihre strukturelle MRT sah biologisch älter aus als ihr chronologisches Alter. Zweitens zeigten sie ein geringeres Gesamthirnvolumen, ein Zeichen für globalen Gewebeverlust. Das Team fand zudem ein höheres Volumen an Hyperintensitäten der weißen Substanz, helle Läsionen im MRT, die ischämische Schäden und mikrovaskuläre Verschlechterung widerspiegeln.

„Wir fanden, dass Bewohner in den am stärksten benachteiligten Vierteln im Vergleich zu Menschen in weniger benachteiligten Gebieten ein beschleunigtes Hirnalter hatten“, sagte Yu. „Mit anderen Worten: Wo man lebt, hinterlässt einen messbaren Abdruck im Gehirn.“

Warum es wichtig ist

Eine größere Hirnalterslücke wurde mit einer höheren Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitive Beeinträchtigungen und psychiatrische Störungen in Verbindung gebracht. Hyperintensitäten der weißen Substanz sind das, was Yu „die Fußspuren kardiovaskulärer Schäden im Gehirn“ nennt. Zusammengenommen deuten diese Marker darauf hin, dass strukturelle Ungleichheiten nicht nur Chancen beeinflussen – sie hinterlassen messbare biologische Spuren im Gehirn auf zellulärer und molekularer Ebene. Für alle, die ihre eigene Kognition verfolgen, unterstreicht dies, dass Hirngesundheit durch Kontext geprägt wird, nicht nur durch Genetik oder persönliche Gewohnheiten.

Was Sie tun können

  • Verfolgen Sie Ihre eigene kognitive Basislinie über die Zeit mit einem validierten, wiederholbaren Test, damit Sie Veränderungen früh bemerken.
  • Unterstützen Sie die Herz-Kreislauf-Gesundheit – Blutdruck, Schlaf und Bewegung gehören zu den wenigen Hebeln, von denen bekannt ist, dass sie vaskuläre Hirnveränderungen beeinflussen.
  • Setzen Sie sich für lokale Ressourcen ein: Grünflächen, stabiles Wohnen und Zugang zur Gesundheitsversorgung sind ebenfalls kognitive Infrastruktur.

Quelle: Neuroscience News

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