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Babys Gehirn verwandelt Musik in Bewegung – mit 12 Monaten

Mit 12 Monaten beginnen Säuglinge, ihren Körper als Reaktion auf Musik zu bewegen – obwohl ihr Gehirn musikalische Strukturen bereits Monate früher entschlüsseln kann, so eine neue Studie, die in eLife veröffentlicht wurde.

Die Forschung

Forscher der Universität Trient und anderer Einrichtungen überwachten Säuglinge mit gleichzeitiger Elektroenzephalogramm-(EEG)-Hirnkartierung und automatisierter Video-Bewegungsverfolgung. Das Team unter der Leitung von Trinh Nguyen spielte drei Audioformate ab: instrumentale Kinderrefrains (echte Musik), strukturell randomisierte Versionen derselben Lieder (gemischte Musik, die den vorhersehbaren Rhythmus stört) und tonhöhenveränderte Varianten. Säuglinge in drei Altersgruppen – 3, 6 und 12 Monate – hörten zu, während ihre Gehirnaktivität und spontanen Bewegungen aufgezeichnet wurden.

Die EEG-Ergebnisse zeigten, dass Säuglinge in allen drei Gruppen signifikant verstärkte ereigniskorrelierte Potenziale (EKPs) und auditorische Steady-State-Antworten (ASSRs) aufwiesen, wenn sie echte Musik im Vergleich zu gemischter Musik hörten. Dies deutet darauf hin, dass die biologische Hardware zur Entschlüsselung musikalischer Strukturen schon früh im Säuglingsalter vorhanden ist.

Doch das Verhalten erzählte eine andere Geschichte. Nur die 12 Monate alten Kinder zeigten einen signifikanten Anstieg spontaner körperlicher Bewegung, wenn sie strukturierte Musik im Vergleich zu gemischter Musik hörten. Die 3 und 6 Monate alten Kinder zeigten keinen statistischen Unterschied in der Bewegung zwischen den Audioarten. Mithilfe der Bewegungsverfolgungssoftware DeepLabCut in Kombination mit einer Hauptkomponentenanalyse identifizierte das Team 10 Hauptbewegungen, darunter Vor- und Zurückwippen, Seitwärtsschaukeln, Proto-Klatschen, Auf- und Abbewegen und Armpaddeln. Die Tanzreaktion der 12 Monate alten Kinder wurde hauptsächlich durch diese Oberkörper- und Gliedmaßenbewegungen angetrieben; Unterkörperbewegungen blieben über alle musikalischen Zustände hinweg konstant.

Bemerkenswert ist, dass keiner der Säuglinge seine Bewegungen mit dem tatsächlichen Takt synchronisierte. Dies legt nahe, dass sich die motorische Kontrolle schrittweise entwickelt: Zuerst lernt das Gehirn, Muskeln als Reaktion auf Klangstrukturen zu aktivieren, und später entsteht die Fähigkeit, sich an einen Takt anzupassen. Die Autoren führen den Wandel mit 12 Monaten auf die Reifung des dorsalen auditorischen Stroms zurück, eines neuronalen Pfads, der auditive Wahrnehmung und motorische Ausgabe verbindet.

Warum das wichtig ist

Diese Forschung unterstreicht, dass sich Musikalität – unsere Fähigkeit, Musik wahrzunehmen, zu schätzen und zu erzeugen – durch unterschiedliche sensorische und motorische Phasen entwickelt. Für alle, die sich für Kognition interessieren, macht sie deutlich, dass Hirnnetzwerke nicht alle auf einmal reifen. Der dorsale auditorische Strom, der Rhythmus und Bewegung unterstützt, folgt seinem eigenen Zeitplan. Das Verständnis dieser Meilensteine kann die frühkindliche Förderung informieren und uns daran erinnern, dass kognitive Fähigkeiten mit der Zeit aufgebaut werden und nicht von Geburt an vorprogrammiert sind.

Was Sie tun können

  • Wenn Sie ein Kleinkind betreuen, setzen Sie es vielfältiger, strukturierter Musik aus – nicht nur Hintergrundgeräuschen. Sein Gehirn verarbeitet bereits Muster, lange bevor es tanzen kann.
  • Fördern Sie Bewegungsaktivitäten wie Schaukeln, Klatschen oder Hüpfen zur Musik, noch bevor die Takt-Synchronisation auftritt. Dies könnte helfen, auditorisch-motorische Verbindungen zu stärken.
  • Für Erwachsene können rhythmische Aktivitäten wie Trommeln, Tanzen oder ein Instrument spielen ähnliche Hirnbahnen herausfordern und verfeinern. Probieren Sie eine einfache Rhythmusübung: Klopfen Sie mit dem Fuß zu einem Takt, wechseln Sie dann zum Klatschen und wechseln Sie dann ab.

Quelle: Neuroscience News

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