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KI hilft bei Hirntumor-Diagnose in Minuten, Studie zeigt

Ein neues System der künstlichen Intelligenz namens "Hetairos" kann die molekulare Klassifikation von Hirn- und Rückenmarkstumoren in nur zwölf Minuten anhand von Routinegewebeproben vorhersagen – eine Aufgabe, die mit den derzeitigen Standardmethoden typischerweise zwei Wochen dauert. In einem direkten Vergleich übertraf die KI fünf erfahrene Neuropathologen, und ihre Genauigkeit stieg deutlich, wenn sie mit hoher Sicherheit arbeitete. Dieser Durchbruch könnte die Diagnose von Hirntumoren verändern, insbesondere in Regionen ohne spezialisierte Labore.

Die Forschung: KI meistert Tumor-Subtypisierung

Das internationale Team unter der Leitung von Moritz Gerstung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Felix Sahm an der Universität Heidelberg entwickelte die KI, indem es sie mit einem riesigen Datensatz trainierte: über 11.000 digitalisierte Gewebeschnitte von 9.606 Patienten aus vier Kontinenten. Die Grundlage für jede Probe wurde mittels DNA-Methylierungsanalyse etabliert – dem derzeitigen Goldstandard für die Klassifikation von Tumoren des zentralen Nervensystems.

Hetairos kann 102 verschiedene molekulare Subtypen unterscheiden und deckt damit fast die gesamte WHO-Klassifikation für Hirntumoren ab. Aber der eigentliche Test kam in einer klinischen Studie mit 210 komplexen Fällen. Als es gegen fünf leitende Neuropathologen antrat, erreichte Hetairos eine diagnostische Genauigkeit von 68 %, während die Menschen im Durchschnitt nur 30 % erreichten. Wenn die KI ihre drei besten Vermutungen auflisten durfte, stieg ihre Genauigkeit auf 84 % – mehr als das Doppelte der menschlichen Experten mit 50 %.

Die KI verfügt auch über eine Selbsteinschätzungsfunktion. In 50-70 % der Fälle markierte sie ihre eigenen Vorhersagen als "hohe Sicherheit", und in diesen Fällen erreichte ihre Genauigkeit 87-88 %. Darüber hinaus ist die KI keine "Black Box": Sie hebt die genauen mikroskopischen Bereiche hervor, die zu ihrer Entscheidung führten, sodass Pathologen ihre Argumentation überprüfen und sogar gezielte Folgetests anleiten können.

Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist

Hirntumore sind bekanntermaßen vielfältig, und eine präzise molekulare Subtypisierung ist entscheidend für die Wahl der besten Behandlung. Traditionelle DNA-Methylierungstests erfordern spezialisierte Labore, teure Ausrüstung und große Gewebeproben – ein Luxus, der in vielen Teilen der Welt nicht verfügbar ist. Durch die Verwendung standardmäßig gefärbter Objektträger könnte Hetairos eine genaue, schnelle Diagnose fast überall ermöglichen und möglicherweise die Diagnoseverzögerung von zwölf Tagen auf zwölf Minuten verkürzen.

Für Sie bedeutet das: Wenn Sie jemals mit einer Hirntumor-Diagnose konfrontiert werden, könnten KI-Tools wie Hetairos bald schnellere und präzisere Entscheidungen ermöglichen – möglicherweise mit besseren Ergebnissen. Es zeigt auch, wie KI menschliches Fachwissen ergänzen kann, nicht ersetzen, indem sie große Mustererkennungsaufgaben übernimmt, während sich Pathologen auf komplexe Fälle konzentrieren.

Was Sie tun können

Obwohl Sie diese KI nicht direkt nutzen können, können Sie sich über KI-Entwicklungen im Gesundheitswesen informieren – sie könnten bald Diagnose und Behandlung beeinflussen. Um Ihr eigenes Gehirn fit zu halten, beschäftigen Sie sich mit verschiedenen kognitiven Herausforderungen wie Rätseln, Gedächtnisspielen und dem Erlernen neuer Fähigkeiten. Diese Aktivitäten unterstützen die Neuroplastizität und können dazu beitragen, die kognitive Gesundheit im Alter zu erhalten.

Quelle: Neuroscience News

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