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Verhütungsmittel aktiviert Nervenreparatur in Labor gezüchteten menschlichen Rückenmarksbahnen

Verhütungsmittel entsperren die verborgene Kraft des Gehirns, beschädigte Nervenverbindungen zu regenerieren. Wissenschaftlern ist es gelungen, die Fähigkeit von menschlichem Rückenmarksgewebe zur Selbstreparatur wiederherzustellen, indem sie ein genetisches Programm reaktivierten, das während der Embryonalentwicklung aktiv ist.

Die Forschung unter der Leitung von George Gibbons und Kollegen an der Universität Cambridge wurde in Cell Reports veröffentlicht. Das Team schuf eine miniaturisierte menschliche Schaltung – ein sogenanntes "Connectoid" –, indem es Gehirn-Organoide und Rückenmarks-Organoide in getrennten Schalen wachsen ließ und sie dann verband. Anschließend fügten sie Muskelcluster hinzu, wodurch eine funktionelle Nervenbahn entstand, die Signale übertrug und Muskelkontraktionen auslöste.

Indem sie diese Schaltkreise über ein Jahr lang am Leben hielten, deckten sie einen kritischen Entwicklungsschritt auf. Um Tag 150 (entspricht dem mittleren Schwangerschaftstrimester beim Menschen) verlieren Neuronen ihre Fähigkeit, nach Verletzungen nachzuwachsen. Genanalysen zeigten einen "Reifeschalter", der wachstumsfördernde Gene herabreguliert, wenn sich Synapsen bilden. Die Forscher testeten eine Datenbank vorhandener Medikamente und fanden heraus, dass ein Verhütungssteroid diesen Schalter blockieren und das Axonwachstum wiederherstellen konnte.

"Neuronen aus weniger reifen Organoiden ließen nach Verletzungen lange Fasern nachwachsen, aber die aus reiferen Organoiden zeigten eine starke Abnahme ihrer Fähigkeit nachzuwachsen", sagte Gibbons. "Mit anderen Worten: Schlechte Regeneration ist in menschlichen Neuronen fest verdrahtet, wenn sie im zentralen Nervensystem reifen."

Diese Entdeckung stellt die lang gehegte Überzeugung in Frage, dass Rückenmarksverletzungen unreparierbar seien. Obwohl weitere Forschung erforderlich ist, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine gezielte Medikamententherapie eines Tages Menschen mit Lähmungen helfen könnte, Bewegungen wiederzuerlangen. Sie unterstreicht auch, wie wichtig es ist, den Reifegrad von Neuronen bei der Entwicklung von Therapien zu verstehen.

Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist

Die Fähigkeit Ihres Gehirns, sich neu zu verdrahten (Neuroplastizität), nimmt mit dem Alter ab, ähnlich wie die Neuronen in diesem Experiment. Diese Studie zeigt eine biologische Grundlage für diesen Rückgang. Sie deutet auch darauf hin, dass bestimmte Medikamente vorübergehend die neuronale Plastizität "verjüngen" könnten, was Auswirkungen auf Lernen und Erholung nach Hirnverletzungen haben könnte.

Was Sie tun können

Während Wissenschaftler nach gezielten Medikamenten suchen, können Sie die natürliche Plastizität Ihres Gehirns täglich unterstützen. Engagieren Sie sich in anspruchsvollen Aktivitäten wie dem Erlernen einer neuen Sprache oder dem Spielen eines Musikinstruments. Diese Aktivitäten stimulieren die Bildung neuer neuronaler Verbindungen und halten Ihr Gehirn flexibel. Regelmäßige körperliche Bewegung steigert außerdem ein Protein namens BDNF, das wie Dünger für das Wachstum neuer Synapsen wirkt.

Quelle: ZME Science

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