Startseite · Blog · Nachrichten

17 neue Hirnregionen entdecken, die Sprache verarbeiten

Mehr als ein Jahrhundert lang glaubten Wissenschaftler, dass Sprache von einigen wenigen Schlüsselregionen in der linken Gehirnhälfte gesteuert wird. Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal of Neuroscience, zeigt, dass Sprachverarbeitung tatsächlich ein viel breiteres Netzwerk umfasst – 17 zusätzliche Regionen, die über Kleinhirn, Hippocampus, Amygdala und Großhirnrinde verteilt sind.

Unter der Leitung von MIT-Professorin Evelina Fedorenko und der Hauptautorin Agata Wolna analysierte das Forschungsteam aufgabenbasierte fMRT-Daten von 772 Teilnehmern, die über ein Jahrzehnt gesammelt wurden. Jede Versuchsperson absolvierte eine „Sprachlokalisierungsaufgabe": Hören oder Lesen echter Sätze im Vergleich zu bedeutungslosen Nichtwörtern. Das Team verwendete angepasste statistische Schwellenwerte, um subtile neuronale Signale zu erfassen, die in früheren Studien routinemäßig herausgefiltert wurden. Dieser Ansatz enthüllte 17 neue sprachaktive Bereiche außerhalb des klassischen linkshemisphärischen Netzwerks.

Diese neu identifizierten Knoten machen nur etwa 5 % des erwachsenen Hirnvolumens aus – ungefähr so groß wie eine große Erdbeere. „Obwohl es all diese entfernten Komponenten gibt, ist es volumenmäßig ziemlich begrenzt. Man braucht nicht so viel vom Gehirn, um Sprache zu verarbeiten", sagte Fedorenko.

Fünf der neuen Areale befinden sich im Kleinhirn, einer Struktur, die traditionell mit motorischer Kontrolle assoziiert wird. Drei dieser Kleinhirnregionen scheinen mehrere Aufgaben zu übernehmen: Sie aktivieren sowohl für Sprache als auch für nicht-sprachliche Aufgaben wie räumliches Arbeitsgedächtnis – was darauf hindeutet, dass sie als Integrationsknoten zwischen verschiedenen kognitiven Systemen dienen. Die restlichen Knoten verteilen sich über den medialen frontalen Kortex, den linken Temporallappen, die Amygdala und den Hippocampus.

Warum es wichtig ist

Diese Ergebnisse verändern unser Verständnis davon, wie das Gehirn Sprache organisiert. Sie zeigen, dass Sprachverarbeitung keine isolierte Funktion ist, sondern auf Regionen zurückgreift, die an Gedächtnis, Emotion und motorischer Koordination beteiligt sind. Für die kognitive Gesundheit bedeutet dies, dass die Aufrechterhaltung der Sprachfähigkeiten die Unterstützung eines breiten Netzwerks von Hirnregionen erfordern könnte. Interventionen, die die allgemeine Gehirngesundheit fördern – wie körperliche Bewegung, das Erlernen neuer Fähigkeiten und soziale Kontakte – könnten helfen, dieses verteilte Sprachnetzwerk zu erhalten.

Was Sie tun können

Um Ihre Sprachnetzwerke stark zu halten, sollten Sie Aktivitäten nachgehen, die verschiedene kognitive Bereiche herausfordern: komplexe Texte lesen, eine neue Sprache lernen, Gedächtnisspiele spielen oder Koordinationsaufgaben wie Tanzen oder ein Instrument üben. Diese stimulieren die in der Studie identifizierten miteinander verbundenen Regionen.

Quelle: Neuroscience News

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder versuchen Sie 306 Gehirntrainingslevel.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten