Startseite · Blog · Forschung

Warum Alzheimer Frauen härter trifft: Neue Studie zu Geschlechtsunterschieden

Warum Alzheimer Frauen härter trifft: Neue Studie zu Geschlechtsunterschieden

Eine große neue Studie zeigt, dass Frauen nicht nur häufiger an Alzheimer erkranken, sondern auch stärkere kognitive Beeinträchtigungen durch häufige Risikofaktoren erleiden. Forscher der UC San Diego School of Medicine analysierten Daten von mehr als 17.000 Erwachsenen mittleren und höheren Alters und fanden heraus, dass Faktoren wie Bluthochdruck, Fettleibigkeit und Depression die Denkfähigkeiten von Frauen stärker beeinträchtigen als die von Männern.

Die Forschung

Die am 19. Mai 2026 in Biology of Sex Differences veröffentlichte Studie nutzte Informationen aus der Health and Retirement Study, einer landesweit repräsentativen Stichprobe von US-Erwachsenen. Unter der Leitung von Dr. Megan Fitzhugh und Dr. Judy Pa untersuchte das Team 13 veränderbare Demenzrisikofaktoren, darunter Bildung, Hörverlust, Rauchen, Alkoholkonsum, Fettleibigkeit, Depression, körperliche Inaktivität, Bluthochdruck und Diabetes.

Sie entdeckten wichtige Geschlechtsunterschiede: Frauen berichteten häufiger über Depressionen (17 % vs. 9 %), körperliche Inaktivität (48 % vs. 42 %) und Schlafprobleme (45 % vs. 40 %). Männer hatten höhere Raten an Hörverlust (64 % vs. 50 %), Diabetes (24 % vs. 21 %) und starkem Alkoholkonsum (22 % vs. 12 %). In Bezug auf die kognitive Wirkung trafen jedoch mehrere Faktoren Frauen härter. Bluthochdruck, erhöhter Body-Mass-Index, Hörverlust und Diabetes waren bei Frauen stärker mit schlechterer kognitiver Leistung verbunden, selbst wenn Männer höhere Raten dieser Erkrankungen aufwiesen.

Warum es wichtig ist

Diese Forschung verlagert den Fokus von der Frage, welche Risikofaktoren am häufigsten vorkommen, hin zu der, welche für jedes Geschlecht am schädlichsten sind. „Wenn wir über die häufigsten Risikofaktoren hinausblicken, stellen wir fest, dass einige einen unverhältnismäßig größeren Einfluss auf die Kognition von Frauen haben“, sagte Fitzhugh. Die Ergebnisse helfen zu erklären, warum Frauen fast zwei Drittel der Alzheimer-Fälle in den USA ausmachen – eine längere Lebenserwartung allein erklärt die Kluft nicht.

Für alle, die neugierig auf ihre Gehirngesundheit sind, bedeutet dies, dass personalisierte Prävention effektiver sein kann als ein Einheitsansatz. Eine Herzerkrankung oder ein Hörverlust kann bei einem Mann nur leichte kognitive Auswirkungen haben, aber die Denkfähigkeiten einer Frau erheblich beeinträchtigen.

Was Sie tun können

Sie können viele dieser Risikofaktoren selbst in den Griff bekommen. Überwachen Sie Ihren Blutdruck und Ihr Gewicht, bleiben Sie körperlich aktiv, managen Sie Stress und lassen Sie regelmäßig Ihr Gehör überprüfen – besonders wenn Sie eine Frau sind. Das Verständnis Ihres persönlichen Risikoprofils ist der erste Schritt zu einer klügeren Gehirngesundheit.

Quelle: ScienceDaily Mind & Brain

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainings-Levels.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten