Eine bahnbrechende Rehabilitationsplattform namens MultiSensy, die virtuelle Realität (VR) mit elektrischer Nervenstimulation in Echtzeit kombiniert, hat die motorische Erholung der oberen Gliedmaßen bei chronischen Schlaganfallpatienten im Vergleich zur Standardtherapie verdoppelt. Das System hilft dem Gehirn, neue Verbindungen zu knüpfen, indem es Bewegung mit taktilem Feedback paart.
Die Forschung
Entwickelt von Forschern unter der Leitung von Stanisa Raspopovic an der MedUni Wien, wurde MultiSensy an 34 chronischen Schlaganfallpatienten (mehr als drei Monate nach dem Schlaganfall) geteist. Die Plattform nutzt VR-Aufgaben wie Greifen, Zupacken und Kneifen, während Elektroden auf der Haut Nerven stimulieren, um das Gefühl des Berührens virtueller Objekte zu erzeugen. Beim Fugl-Meyer-Assessment (FMA-UE), dem Goldstandard zur Messung der Armfunktion, zeigte die MultiSensy-Gruppe eine fast doppelt so große Verbesserung wie die Kontrollgruppe. Auch beim Action Research Arm Test (ARAT) erzielten sie signifikant höhere Werte, was auf reale Fortschritte bei Aufgaben wie Unterarmdrehung und Kneifen hinweist. Wichtig ist, dass das System auch taktile Defizite reparierte und ein verzerrtes Körperbewusstsein reduzierte, wie etwa das Gefühl, dass der gelähmte Arm in Größe oder Form verzerrt sei.
Warum es wichtig ist
Schlaganfälle sind eine der Hauptursachen für Langzeitbehinderungen, und die Standardrehabilitation konzentriert sich oft nur auf die Bewegung und ignoriert sensorische Verluste und verändertes Körperbewusstsein. MultiSensy zeigt, dass die Wiederherstellung der Verbindung zwischen Bewegung und Empfindung auch bei chronischen Patienten Neuroplastizität auslösen kann, was den Weg für effektivere, häusliche Therapien ebnet. Für alle, die sich für Gehirngesundheit interessieren, unterstreicht dies, wie die Kombination mehrerer Sinne das Lernen und die Erholung verbessern kann – ein Prinzip, das auch für kognitives Training gilt.
Was Sie tun können
Um Ihre eigene Gehirnplastizität zu fördern, versuchen Sie Aktivitäten, die Bewegung mit sensorischem Feedback kombinieren – wie das Spielen eines Musikinstruments, das Erlernen eines neuen Tanzes oder das Ausüben einer Sportart, die Hand-Auge-Koordination erfordert. Der Schlüssel ist, mehrere Sinne gleichzeitig zu aktivieren, um neuronale Verbindungen zu stärken.
Quelle: Neuroscience News
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