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Nicht vererbte Gene der Eltern beeinflussen Größe, BMI und schulische Leistungen der Kinder

Nicht vererbte Gene der Eltern beeinflussen Größe, BMI und schulische Leistungen der Kinder

Die Gene Ihrer Eltern – selbst die, die Sie nicht geerbt haben – hinterlassen einen messbaren Abdruck auf Ihrer Größe, Ihrem Gewicht und Ihren schulischen Fähigkeiten. Eine neue Studie des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) und des Norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit, veröffentlicht in Cell Genomics, analysierte genetische Daten von über 30.000 Eltern-Kind-Trios, um die direkten Effekte der vererbten DNA von den Umwelteinflüssen der nicht vererbten elterlichen Gene zu trennen – ein Phänomen, das als „genetische Förderung“ bezeichnet wird.

Die Forschung

Das Team unter der Leitung von Wissenschaftlern des ISTA nutzte Daten der norwegischen Mutter-Vater-Kind-Kohorte und der estnischen Biobank. Sie konzentrierten sich auf drei Merkmale, die bei Kindern im Alter von etwa 10 Jahren gemessen wurden: Größe, Body-Mass-Index (BMI) und Ergebnisse in nationalen standardisierten Schultests. Indem sie die direkte genetische Vererbung von der indirekten genetischen Förderung und der elterlichen Prägung (bei der einige Gene nur aktiv sind, wenn sie von einem bestimmten Elternteil vererbt werden) trennten, fanden sie heraus, dass die Umgebung, die durch die nicht vererbten Gene der Eltern geschaffen wird – wie das häusliche Umfeld, Erziehungsverhalten und Ernährungsgewohnheiten – fast so einflussreich sein kann wie die DNA, die ein Kind physisch erbt.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

  • Gemeinsame Genorte: Dieselben Chromosomenorte beeinflussen Merkmale sowohl durch direkte Vererbung als auch durch umweltbedingte Förderung, was bedeutet, dass identische elterliche Gene ein Kind über zwei parallele Wege beeinflussen.
  • Elterliche Effekte: Manche Gene sind in Eizellen oder Spermien chemisch abgeschaltet, sodass bestimmte Varianten nur dann wirken, wenn sie von dem Elternteil vererbt werden, bei dem das Gen aktiv bleibt. Dies erklärt, warum identische genetische Sequenzen je nach vererbendem Elternteil zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.
  • Korrektur der assortativen Paarung: Das Modell berücksichtigte mathematisch, dass Menschen oft Partner mit ähnlichen Merkmalen wählen (z. B. große Personen heiraten große Partner), um verzerrte Ergebnisse zu vermeiden.

Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist

Für kognitive Merkmale wie schulische Leistungen sind diese indirekten genetischen Einflüsse genauso relevant wie für körperliche Merkmale. Die Studie unterstreicht, dass Intelligenz nicht nur ein Produkt Ihrer eigenen DNA ist; sie entsteht aus einer reichhaltigen Mischung von vererbten Genen und einer Umgebung, die durch die Genome Ihrer Eltern geprägt wird. Dies bedeutet, dass Ihre kognitiven Fähigkeiten – und die Ihrer Kinder – von Faktoren beeinflusst werden, die über die einfache Mendelsche Vererbung hinausgehen. Dieses Verständnis kann das Stigma um angeborene Fähigkeiten verringern und die Bedeutung der Umwelt für Lernen und Entwicklung hervorheben. Für die personalisierte Medizin gilt: Nur genetische Regionen mit einer direkten Wirkung auf das Individuum sind brauchbare Angriffspunkte für Medikamente; indirekte Umweltpfade müssen durch politische Maßnahmen und Bildung angegangen werden.

Was Sie tun können

Neugierig, wie Ihre eigenen Gene mit Ihrer Umgebung interagieren? Während Sie Ihre vererbte DNA nicht ändern können, können Sie Ihre kognitive Umgebung optimieren: Betreiben Sie Gehirntraining, sorgen Sie für guten Schlaf, pflegen Sie soziale Kontakte und betreiben Sie lebenslanges Lernen. Diese evidenzbasierten Faktoren können Ihnen helfen, Ihr kognitives Potenzial unabhängig von Ihrem genetischen Ausgangspunkt zu erreichen.

Quelle: Neuroscience News

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