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THC reduziert PTSD-Alpträume in wegweisender Studie

Für Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) können Albträume eine nächtliche Qual sein, die Traumata wiederholen und den Schlaf stören. Doch eine neue Studie gibt Hoffnung: Abendliche Dosen von Dronabinol, einem aus Pflanzen gewonnenen THC, reduzieren traumaassoziierte Albträume deutlich, wobei über ein Drittel der Patienten eine vollständige Remission erreicht.

Die Forschung

Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin unter der Leitung von Prof. Stefan Röpke führten eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit über 170 PTBS-Patienten durch, die unter häufigen, intensiven Albträumen litten. Die Teilnehmer erhielten zehn Wochen lang jeden Abend entweder Dronabinol-Tropfen oder ein Placebo. Weder die Patienten noch die Behandler wussten, wer welche Behandlung erhielt – der Goldstandard in der medizinischen Forschung.

Am Ende des Zehn-Wochen-Zeitraums waren die Ergebnisse beeindruckend: Die Albtraumlast, gemessen auf einer 8-Punkte-Schweregradskala, sank in der Dronabinol-Gruppe um durchschnittlich 3,7 Punkte, verglichen mit 2,2 Punkten in der Placebo-Gruppe. Mehr als ein Drittel der mit Dronabinol behandelten Patienten berichtete über ein vollständiges Aufhören traumaassoziierter Albträume, und weitere 21% erreichten eine Reduktion von mindestens 50%. Bemerkenswerterweise berichteten etwa 83% der mit Dronabinol Behandelten über eine deutliche Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands.

Die im JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie ergab auch, dass Dronabinol gezielt die Schwere der Albträume und die Schlafstörungen reduzierte, ohne die Gesamtschwere der PTBS oder depressive Symptome signifikant zu verändern.

Warum es wichtig ist

Das Endocannabinoid-System, mit dem THC interagiert, spielt eine Rolle bei der Regulierung von Schlaf, Stress und emotionaler Gedächtnisverarbeitung. THC scheint die Traumaktivität während des REM-Schlafs – den intensiven Traumphasen, in denen Traumata oft wiedererlebt werden – zu reduzieren und so nächtliche Stressreaktionen zu lindern. Dies bietet eine potenzielle gezielte Behandlung für eines der belastendsten Symptome der PTBS, das aktuelle Antidepressiva und Blutdruckmedikamente oft nicht behandeln.

Für alle, die sich für ihre eigene kognitive Gesundheit interessieren, unterstreicht diese Forschung die Bedeutung des Schlafs für die emotionale Regulation. Gestörter Schlaf kann die Gedächtniskonsolidierung und emotionale Verarbeitung beeinträchtigen und die tägliche Kognition beeinflussen. Ein besseres Verständnis, wie Substanzen wie THC diese Prozesse beeinflussen, könnte zu besseren Behandlungen für schlafbezogene kognitive Probleme führen.

Was Sie tun können

Auch wenn Sie sich nicht mit THC selbst behandeln sollten, können Sie Ihre Schlafhygiene verbessern, um die emotionale Verarbeitung Ihres Gehirns zu unterstützen. Hier sind einige evidenzbasierte Tipps:

  • Einen konsistenten Schlafrhythmus beibehalten – jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen.
  • Eine beruhigende Schlafenszeitroutine schaffen – vermeiden Sie Bildschirme eine Stunde vor dem Schlafengehen, versuchen Sie Lesen oder sanftes Dehnen.
  • Koffein und Alkohol reduzieren – sie können die Schlafarchitektur, insbesondere den REM-Schlaf, stören.

Wenn Sie anhaltende Albträume haben oder eine PTBS vermuten, wenden Sie sich an einen Arzt bezüglich evidenzbasierter Behandlungen.

Quelle: Neuroscience News

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