Wenn Ihr Ehepartner an Demenz erkrankt, steigt auch Ihr eigenes Risiko – aber nicht, weil Demenz ansteckend ist. Eine neue Studie mit fast einer Million verheirateten Paaren in Taiwan zeigt, dass Partner von Demenzkranken etwa 70 % häufiger selbst eine Diagnose erhalten, selbst nach Berücksichtigung gemeinsamer Gesundheitsgewohnheiten und Erkrankungen.
Die Forschung
Veröffentlicht von Forschern, die Taiwans nationale Krankenversicherungsdatenbank von 1998 bis 2022 analysierten, umfasste die Studie über 190.000 Menschen, deren Ehepartner neu mit Demenz diagnostiziert wurde, abgeglichen mit über 760.000 Menschen ohne demenzkranken Partner. Nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, Einkommen, Wohnort, Erkrankungen und Gesundheitsnutzung blieb das erhöhte Risiko bestehen: Frauen hatten ein 74 % höheres relatives Risiko, Männer 69 %.
In absoluten Zahlen entwickelten über fünf Jahre etwa 6,5 % der Frauen mit einem demenzkranken Ehepartner selbst Demenz (vs. 3,7 % ohne) und 9,2 % der Männer (vs. 5,8 %). Das entspricht etwa drei zusätzlichen Fällen pro 100 Personen über fünf Jahre.
Die leitende Forscherin Joyce Siette und Kollegen betonen, dass die Studie nicht zeigt, dass Demenz zwischen Partnern übertragen wird. Stattdessen deutet sie auf gemeinsamen Lebensstil, assortative Paarung (Menschen wählen ähnliche Partner) und den chronischen Stress der Pflege hin – der Schlaf, soziale Aktivitäten und Gesundheitsverhalten stören kann –, alles verbunden mit kognitivem Abbau.
Warum es wichtig ist
Dieser groß angelegte Befund unterstreicht, dass Gehirngesundheit nicht nur individuell ist. Paare altern gemeinsam, und ihre Umgebungen, Gewohnheiten und Stressfaktoren konvergieren. Für jeden zeigt es, dass die Unterstützung der Gehirngesundheit des Partners auch die eigene schützen kann.
Was Sie tun können
Konzentrieren Sie sich auf veränderbare Faktoren, die Sie teilen: gemeinsam Sport treiben, soziale Kontakte pflegen, Schlaf priorisieren und Stress managen. Wenn Sie pflegen, suchen Sie Entlastung und Unterstützung – Studien zeigen, dass Pflegekraft-Burnout selbst ein Risikofaktor für kognitiven Abbau ist.
Quelle: Nautilus
Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainingsstufen.