Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der mediale präfrontale Kortex, oft als 'Exekutivorgan' des Gehirns betrachtet, kreatives Problemlösen tatsächlich blockieren kann, indem er Standardgewohnheiten durchsetzt. Ihn zum Schweigen zu bringen, half Mäusen, eine intelligentere Strategie viel schneller zu übernehmen.
Die Forschung
Wissenschaftler der Emory University unter der Leitung von Robert Liu veröffentlichten am 8. August 2026 eine Studie in Science Advances, die zeigt, dass der mediale präfrontale Kortex (mPFC) Mäuse daran hindern kann, zu einer effizienteren Strategie zu wechseln. Das Team verwendete eine natürliche Aufgabe zum Auffinden von Welpen in einem T-Labyrinth, bei der weibliche Mäuse Welpen finden und zurückbringen mussten. Unbelastete Mäuse verwendeten natürlich eine 'Win-stay'-Strategie – sie kehrten dorthin zurück, wo sie zuletzt einen Welpen gefunden hatten – anstatt einen akustischen Hinweis zu nutzen, der den neuen Ort des Welpen anzeigte.
Als die Forscher den mPFC chemogenetisch stilllegten, wechselten die Mäuse in nur 2–3 Tagen zur schallgeführten Strategie, verglichen mit 4–8 Tagen bei Kontrollmäusen. Dies zeigt, dass der mPFC aktiv die Übernahme einer besseren Strategie blockierte. Im Gegensatz dazu beeinträchtigte das Ausschalten des auditorischen Kortex die Fähigkeit, den Schallhinweis zu nutzen, sodass die Mäuse in der Standardstrategie verharrten.
Warum es wichtig ist
Dies stellt die traditionelle Ansicht in Frage, dass der präfrontale Kortex immer der Meister des flexiblen Denkens ist. Es deutet darauf hin, dass 'über den Tellerrand hinausdenken' manchmal erfordert, genau die Gehirnregion zu unterdrücken, die uns normalerweise bei Planung und Entscheidungsfindung hilft. Diese Erkenntnis könnte erklären, warum manche Menschen mit Erkrankungen wie Autismus, bei denen der mPFC möglicherweise überaktiv ist, bei kreativen Aufgaben, die das Ignorieren von Standardannahmen erfordern, herausragend sein können. Sie eröffnet auch neue Möglichkeiten für Therapien wie transkranielle Magnetstimulation (TMS), um die mPFC-Aktivität vorübergehend zu modulieren und die kognitive Flexibilität zu verbessern.
Was Sie tun können
Sie können Ihren mPFC zwar nicht per Schalter ausschalten, aber Sie können üben, von automatischen Gewohnheiten Abstand zu nehmen. Fragen Sie sich bei einem Problem bewusst: 'Gibt es einen besseren Weg?' Versuchen Sie, das, was bisher funktioniert hat, beiseitezulegen und sich auf aktuelle Hinweise zu konzentrieren. Achtsamkeit oder Problemlösungsspiele, die flexibles Denken erfordern, können ebenfalls helfen, Ihr Gehirn zu trainieren, aus gedanklichen Sackgassen herauszufinden.
Quelle: Neuroscience News
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