Eine umfassende Übersichtsarbeit von 129 Studien zeigt, dass durch Bewegung ausgelöste Muskelsignale, sogenannte ‚Exerkines‘, Dopamin-produzierende Neuronen bei Parkinson schützen und altersbedingtem Muskelabbau (Sarkopenie) entgegenwirken.
Die Forschung
Forscher unter der Leitung von Dr. Miguel Germán Borda und Erstautor Dr. Salomón Páez-García haben Belege aus 129 experimentellen, Beobachtungs- und Interventionsstudien zusammengetragen. Ihre Übersichtsarbeit, veröffentlicht in der Zeitschrift Neuroprotection am 1. Juni 2026, beschreibt, wie die Skelettmuskulatur als endokrines Organ fungiert und während des Trainings hormonähnliche Botenstoffe freisetzt. Zu den wichtigsten identifizierten Exerkinen gehören der aus dem Gehirn stammende neurotrophe Faktor (BDNF), der insulinähnliche Wachstumsfaktor-1 (IGF-1), Irisin, Cathepsin B, Myostatin und GDF15.
Diese Exerkine gelangen über den Blutkreislauf ins Gehirn, wo sie antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen auf die Dopamin-Neuronen in der Substantia nigra ausüben, die Mitochondrienfunktion verbessern und die Stressresilienz erhöhen. Die Übersichtsarbeit brachte Sarkopenie – den fortschreitenden Muskelabbau – auch mit einer schlechteren Prognose, mehr Stürzen, beschleunigtem kognitivem Abbau und verminderter Lebensqualität bei Parkinson-Patienten in Verbindung.
Die Forscher fanden Vorteile bei verschiedenen Trainingsarten: Aerobic (Gehen, Joggen), Krafttraining (Gewichtheben), Gleichgewichtstraining (Tai Chi) und multimodale Kombinationen. Regelmäßiges Training verbesserte Gehfähigkeit, Gleichgewicht, Stimmung, Kraft, Kognition und Lebensqualität und reduzierte Stürze und Behinderungen.
Warum das wichtig ist
Für alle, denen die Gesundheit ihres Gehirns am Herzen liegt, unterstreicht diese Forschung die Verbindung zwischen Muskel und Gehirn. Die Aufrechterhaltung der Muskelmasse durch Bewegung ist nicht nur für die körperliche Fitness wichtig – sie unterstützt direkt die Dopamin-Neuronen, die für Bewegung und Kognition entscheidend sind. Selbst bei Parkinson, einer Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin-Neuronen gekennzeichnet ist, kann Bewegung neuroprotektiv wirken. Für die Allgemeinbevölkerung deutet dies darauf hin, dass körperliche Aktivität eine wirksame Strategie sein könnte, um die kognitive Funktion im Alter zu erhalten.
Was Sie tun können
- Aerobic-Training einbauen: Streben Sie mindestens 150 Minuten moderate Intensität pro Woche an (z.B. Gehen oder Joggen).
- Krafttraining hinzufügen: Integrieren Sie zwei- bis dreimal pro Woche Kraftübungen wie Kniebeugen oder Gewichtheben, um Muskeln aufzubauen und zu erhalten.
- Gleichgewicht üben: Einfache Übungen wie Einbeinstand oder Tai Chi können die Stabilität verbessern und Stürze verhindern.
- Modalitäten kombinieren: Eine Mischung aus Aerobic, Kraft und Gleichgewichtstraining bietet den umfassendsten Nutzen.
Konsultieren Sie immer einen Arzt, bevor Sie ein neues Trainingsprogramm beginnen, insbesondere wenn Sie gesundheitliche Probleme haben.
Quelle: Neuroscience News
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