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Neues Gehirnmodell vereint Struktur und Funktion für tiefere kognitive Einblicke

Neues Gehirnmodell vereint Struktur und Funktion für tiefere kognitive Einblicke

In einem mutigen Schritt vorwärts für die Computational Neuroscience haben Forscher aus den Niederlanden, Portugal, Spanien und der Schweiz eine neue Klasse von Gehirnmodellen vorgeschlagen, die endlich die Lücke zwischen realistischer Gehirnstruktur und der tatsächlichen Denkweise des Gehirns schließen könnte. Ihre Arbeit, geleitet von Mario Senden von der Universität Maastricht, führt „funktionelle Ganzhirnmodelle“ (fWBMs) ein – Simulationen, die der Gehirnbiologie gehorchen und gleichzeitig echte kognitive Aufgaben ausführen.

Die Forschung

Jahrzehntelang haben Neurowissenschaftler zwei Hauptmodellierungsstrategien verwendet. Bottom-up-Ganzhirnmodelle (WBMs) bilden die Gehirnanatomie und -dynamik in minutiösen biologischen Details nach, aber sie tun tatsächlich nichts – sie können keine Arbeitsgedächtnisaufgabe lösen oder ein Gesicht erkennen. Auf der anderen Seite sind tiefe neuronale Netze (DNNs) darauf optimiert, Aufgaben mit übermenschlicher Genauigkeit auszuführen, aber ihre internen Abläufe ähneln kaum echten Neuronen und Verbindungen. In einem Beitrag auf arXiv (2605.18118) definieren Senden und seine Co-Autoren Leonardo Dalla Porta, Jan Fousek, Jorge F. Mejias und Gorka Zamora-López fWBMs durch vier minimale Kriterien: (1) strukturelle Verankerung in realen Gehirnkonnektivitäten (Konnektomen) und regionalen Zelltypen, (2) zeitkontinuierlichen dynamischen Realismus, (3) die Fähigkeit, über mehrere kognitive Domänen hinweg zu arbeiten, und (4) Ausgaben, die direkt mit fMRI, EEG oder Verhalten verglichen werden können.

Das Team legt eine Drei-Säulen-Roadmap fest: kurzfristig (Aufbau von fWBMs, die vorhandenen Neuroimaging-Daten entsprechen), mittelfristig (Skalierung auf mehrere Aufgaben und individuelle Gehirne) und langfristig (Schaffung eines einheitlichen Rahmens, der erklärt, wie Struktur Kognition hervorbringt). Sie argumentieren, dass diese disziplinierte Integration die gemeinsame Sprache und skalenübergreifenden Hypothesen hervorbringen wird, die nötig sind, um das Feld voranzubringen.

Warum es wichtig ist

Wenn fWBMs erfolgreich sind, könnten sie unser Verständnis von Störungen wie Schizophrenie oder Alzheimer verändern, bei denen sowohl die Gehirnstruktur als auch die kognitive Funktion beeinträchtigt sind. Anstatt Struktur oder Funktion isoliert zu untersuchen, könnten Wissenschaftler simulieren, wie eine spezifische strukturelle Veränderung einen kognitiven Prozess beeinträchtigt – und dann potenzielle Interventionen in silico testen. Für den neugierigen Leser bedeutet dies, dass personalisierte Gehirnsimulationen eines Tages helfen könnten zu erklären, warum Ihr Arbeitsgedächtnis sich von dem Ihres Freundes unterscheidet und was Sie dagegen tun können.

Was Sie tun können

Während diese Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, können Sie einen Vorsprung gewinnen, indem Sie Ihre eigenen kognitiven Stärken und Schwächen verstehen. Ein kostenloser, adaptiver IQ-Test wie der auf iqgenio.com kann Ihre aktuelle Leistung in Schlüsselbereichen aufdecken – und evidenzbasiertes Gehirntraining kann Ihnen helfen, sich zu verbessern.

Quelle: arXiv q-bio.NC

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