Eine neue Studie zeigt, dass unregelmäßige Schlafmuster – wie unterschiedliche Schlafenszeiten und schwankende Schlafdauer – mit niedrigeren Werten im passiven Wortschatz und im visuell-räumlichen Gedächtnis bei Vorschulkindern verbunden sind, selbst wenn die gesamte Schlafzeit berücksichtigt wird.
Die Forschung
Vorgestellt auf der SLEEP 2026 Jahrestagung am 15. Juni von Forschern der University of Massachusetts Amherst, analysierten die Wissenschaftler Schlaf- und kognitive Daten von 379 Vorschulkindern (Durchschnittsalter 4,3 Jahre). Der Schlaf wurde mittels Aktigraphie-Trackern gemessen, wobei die Variabilität des Schlafmittelpunkts (der Zeitpunkt zwischen Zubettgehen und Aufwachen), der Schlafdauer und des sozialen Jetlags (Unterschied zwischen Schlafzeiten an Wochentagen und Wochenenden) erfasst wurde.
Zu den kognitiven Tests gehörten der Peabody Picture Vocabulary Test für den passiven Wortschatz (n=322), eine Gedächtnisgitteraufgabe für das visuell-räumliche Gedächtnis (n=62) und eine für Vorschulkinder angepasste Flankieraufgabe für die exekutive Aufmerksamkeit (n=60). Die Ergebnisse zeigten, dass eine größere Variabilität des Schlafmittelpunkts, der Schlafdauer und ein höherer sozialer Jetlag jeweils mit niedrigeren Wortschatzwerten verbunden waren. Das visuell-räumliche Gedächtnis war spezifisch mit der Variabilität des Schlafmittelpunkts und dem sozialen Jetlag verknüpft, nicht jedoch mit der Variabilität der Schlafdauer. Überraschenderweise zeigte die exekutive Aufmerksamkeit keinen signifikanten Zusammenhang mit einem der Schlafregelmäßigkeitsmaße.
Im Durchschnitt variierte die Schlafdauer der Kinder um etwa 60 Minuten, und der Schlafmittelpunkt verschob sich während des Untersuchungszeitraums um etwa 32 Minuten. „Kinder mit unregelmäßigeren Schlafmustern schnitten bei verbalen und Gedächtnisaufgaben tendenziell schlechter ab, selbst nach Berücksichtigung der Gesamtschlafzeit“, sagte die Hauptautorin Karolina Rusin.
Warum es wichtig ist
Diese Studie unterstreicht, dass Schlafregelmäßigkeit – nicht nur die Gesamtstundenzahl – ein entscheidender, unabhängiger Faktor für eine gesunde Gehirnentwicklung ist. Die Ergebnisse sind besonders relevant für Eltern und Pädagogen, da die betroffenen kognitiven Bereiche (Wortschatz und visuell-räumliches Gedächtnis) grundlegend für das Sprachenlernen und das räumliche Denken sind. Die Entdeckung, dass die exekutive Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigt war, deutet darauf hin, dass unregelmäßiger Schlaf selektiv bestimmte kognitive Funktionen beeinträchtigt und keine allgemeinen Defizite verursacht.
Was Sie tun können
Um die kognitive Entwicklung Ihres Kindes zu schützen, streben Sie konsequente Schlafens- und Aufstehzeiten an sieben Tagen in der Woche an. Minimieren Sie den sozialen Jetlag, indem Sie die Wochenend-Routinen an die der Wochentage anpassen. Für Erwachsene gilt dasselbe Prinzip: Priorisieren Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus, um Gedächtnis und Lernen zu unterstützen.
Quelle: Neuroscience News
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