Startseite · Blog · Forschung

Integrierte Bewegung steigert Gedächtnis und Kontrolle im ADHS-Gehirn

Integrierte Bewegung steigert Gedächtnis und Kontrolle im ADHS-Gehirn

Für Kinder mit ADHS verbessert Bewegung, die sowohl Körper als auch Geist fordert, Gedächtnis und Selbstkontrolle deutlich stärker als reines Ausdauertraining.

Die Forschung

Am 11. Februar 2026 veröffentlichten Forscher der Beijing Normal University, Beijing Sport University, Xuzhou Rehabilitation Hospital und Peking University Sixth Hospital eine Studie im World Journal of Pediatrics, die untersucht, wie verschiedene Bewegungsarten Kinder mit ADHS beeinflussen. Die multizentrische Studie umfasste 107 Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren, die über 12 Wochen in drei Gruppen eingeteilt wurden: integrierte kognitiv-motorische Übungen, Ausdauertraining und eine Wartelisten-Kontrollgruppe.

Beide Bewegungsgruppen trainierten dreimal wöchentlich in 45-minütigen Sitzungen. Das integrierte Programm kombinierte körperliche Bewegung mit geistigen Herausforderungen – Gleichgewichtsaufgaben, motorische Aktivitäten und kognitive Spiele, die das Befolgen von „Stopp-Los“-Signalen, umgekehrten Befehlen und mehrstufigen Abfolgen erforderten. Die Ausdauergruppe absolvierte moderat intensive Laufband- oder Fahrradsitzungen mit gleicher Häufigkeit und Dauer.

Die Forscher fanden heraus, dass zwar beide Bewegungsarten Kern-ADHS-Symptome wie Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität reduzierten, aber nur das integrierte Programm signifikante Verbesserungen bei spezifischen exekutiven Funktionen erzielte. Kinder in der integrierten Gruppe zeigten:

  • Bessere inhibitorische Kontrolle, gemessen an verbesserter Stroop-Interferenzzeit
  • Gestärktes unmittelbares Arbeitsgedächtnis
  • Höhere elterliche Zufriedenheit aufgrund des ansprechenden, spielähnlichen Charakters der Sitzungen

Es wurden keine unerwünschten Ereignisse gemeldet, was darauf hindeutet, dass diese „Denk-Bewegungs“-Aktivitäten sicher in verschiedenen Umgebungen umgesetzt werden können.

Warum das wichtig ist

Diese Forschung unterstreicht, dass nicht alle Bewegung gleichermaßen Gehirnvorteile bietet. Der „hohe kognitive Belastungs“-Ansatz – bei dem Bewegung gleichzeitiges Denken, Regelbefolgen und Aufgabenwechsel erfordert – scheint die Selbstkontrollzentren des Gehirns direkt zu stärken. Während sich die Studie auf Kinder mit ADHS konzentrierte, gilt das Prinzip allgemein: Das Gehirn während der Bewegung herauszufordern, kann stärkere kognitive Gewinne erzielen als reine körperliche Aktivität.

Für alle, die sich für Gehirntraining interessieren, deutet dies darauf hin, dass die Kombination mentaler und physischer Herausforderungen effektiver sein könnte, um exekutive Funktionen wie Arbeitsgedächtnis und inhibitorische Kontrolle zu verbessern – Fähigkeiten, die bei Konzentration, Entscheidungsfindung und dem Umgang mit Ablenkungen im Alltag helfen.

Was Sie tun können

Sie können integrierte kognitiv-motorische Aktivitäten in Ihre Routine einbauen, indem Sie:

  1. Geistige Herausforderungen zur körperlichen Bewegung hinzufügen – versuchen Sie, rückwärts zu zählen während des Gehens oder sich ändernden Bewegungsmustern zu folgen
  2. Spiele spielen, die sowohl körperliche Koordination als auch schnelles Denken erfordern, wie Tanzspiele mit spezifischen Abfolgen
  3. Gleichgewichtsaktivitäten üben, während Sie einfache Denkpuzzles lösen oder Muster merken

Diese Ansätze schaffen die „hohe kognitive Belastungs“-Umgebung, die Forscher als besonders vorteilhaft für die Stärkung exekutiver Funktionen fanden.

Quelle: Neuroscience News

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntraining-Level.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten