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Infraschall verändert die Ohrenmechanik: Neuer Weg zum Gehirn

Infraschall verändert die Ohrenmechanik: Neuer Weg zum Gehirn

Eine neue Studie zeigt, dass das menschliche Gehirn niederfrequenten Infraschall unter 16 Hz über einen völlig einzigartigen Mechanismus im Innenohr verarbeitet und dabei die normalen Sinnesrezeptoren umgeht.

Die Forschung

Carlos Jurado, Postdoktorand an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU), und Torsten Marquardt vom University College London veröffentlichten ihre Ergebnisse in Scientific Reports. Sie entdeckten, dass Infraschall – Töne, die zu tief für typische Haarzellen sind – stattdessen die strukturellen Stützzellen der Cochlea physisch vibrieren lässt. Diese Stützzellen verbiegen sich und erzeugen lokale elektrische Felder, die stark genug sind, um benachbarte Nervenfasern zu täuschen und alternative bioelektrische Signale an das Gehirn zu senden. Das erklärt, warum Infraschall sich eher wie eine körperliche Empfindung oder ein Summen anfühlt als wie ein hörbarer Ton. Der Pfad ist nichtlinear: Kleine Erhöhungen des Schalldrucks führen zu einem schnellen, überproportionalen Anstieg der wahrgenommenen Lautstärke.

Warum es wichtig ist

Dieser Mechanismus liefert eine klare biologische Grundlage dafür, warum manche Menschen sehr empfindlich auf niederfrequente Geräusche wie Wärmepumpen, Generatoren oder Windturbinen reagieren, während andere sie kaum bemerken. Individuelle Unterschiede in der Dichte und elektrischen Empfindlichkeit dieser Stützzellen könnten Ihre eigene Empfindlichkeit gegenüber Umgebungssummen erklären. Das Verständnis davon könnte helfen, bessere Lärmbewertungen für Arbeitsplätze und Wohnungen zu entwickeln.

Was Sie tun können

Wenn Sie empfindlich auf niederfrequenten Lärm reagieren, denken Sie über Schalldämmung oder den Einsatz von weißem Rauschen nach, um ihn zu überdecken. Achten Sie darauf, wie Ihr Körper reagiert – Infraschall macht sich oft als Druck oder Vibration bemerkbar, nicht als Geräusch. Für einen tieferen Einblick in Ihre eigene auditive Verarbeitung und kognitive Stärken machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test.

Quelle: Neuroscience News

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