Eine massive neue Studie, die darauf abzielt, den kognitiven Abbau im Alter vorherzusagen, ist im Gange – und benötigt dafür nichts weiter als eine Smartwatch und ein Tablet. Die Studie „Technology for Aging Health – Digital Approaches“ (TAH-DA), geleitet von UCSF Neuroscape in Partnerschaft mit Samsung Research America, wird 1.000 Teilnehmer über fünf Lebensjahrzehnte hinweg – von 40 bis 89 Jahren – in ihrer alltäglichen Umgebung überwachen, nicht im Labor.
Die Forschung
Ab 2026 stattet die ferngesteuerte Längsschnittstudie jeden Teilnehmer mit einer Samsung Galaxy Watch aus, die ein Jahr lang passiv Herzfrequenz, EKG, Blutdruck, Blutsauerstoff, Körperzusammensetzung, Hauttemperatur, Schlafarchitektur und Aktivitätsniveau aufzeichnet. Die Teilnehmer erhalten außerdem ein Galaxy Tab A9, um speziell entwickelte Neurospiele zu absolvieren, die auf kognitive Kontrollpfade abzielen. Um Veränderungen zu kartieren, führt das Team zu drei Zeitpunkten digitale kognitive Bewertungen durch: vor der Intervention, unmittelbar danach und neun Monate später.
Dr. Joaquin A. Anguera betont, dass dieses „kognitive Mapping in der realen Welt“ die Neurowissenschaft aus kontrollierten Laboren in das ungeordnete tägliche Leben verlagert und so genauere Erkenntnisse liefert. Dr. Theodore Zanto und Dr. Adam Gazzaley bezeichnen es als die technologisch anspruchsvollste je durchgeführte klinische Fernstudie. Das Ziel: subtile Veränderungen in täglichen Gewohnheiten – wie Schlafmuster oder Herzfrequenzvariabilität – in digitale Biomarker umzuwandeln, die frühe Demenz vorhersagen können.
Warum es wichtig ist
Die meiste Forschung zur Gehirnalterung findet in Kliniken mit teuren Geräten statt und erfasst nur Momentaufnahmen. Diese Studie verfolgt kontinuierliches, natürliches Verhalten und könnte so kognitive Warnsignale Jahre vor dem Auftreten von Symptomen erkennen. Für jeden, der neugierig auf seine eigene Gehirngesundheit ist, unterstreicht sie, dass alltägliche Kennzahlen (wie Schlafqualität und Schrittkonsistenz) Hinweise auf die zukünftige Kognition geben könnten. Die entwickelten Algorithmen könnten es Smartwatches irgendwann ermöglichen, Nutzer auf frühen Abbau aufmerksam zu machen.
Was Sie tun können
Während Sie auf verbrauchertaugliche Vorhersagewerkzeuge warten, achten Sie bereits jetzt auf Ihre eigenen Muster. Streben Sie nach gleichmäßigem Schlaf, überwachen Sie Ihre Schrittzahl und fordern Sie Ihr Gehirn regelmäßig mit neuen Aufgaben heraus. Die Evidenz zeigt, dass abwechslungsreiche kognitive Stimulation und gute Schlafhygiene die Gehirngesundheit im Erwachsenenalter unterstützen.
Quelle: Neuroscience News
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