Eine neue Studie zeigt, dass das bemerkenswerte Gedächtnis von SuperAgern – Menschen in den 80ern und 90ern, die sich genauso gut erinnern wie Jahrzehnte jüngere – nicht einfach auf ein geringes vererbtes Alzheimer-Risiko zurückzuführen ist. Stattdessen deuten die Ergebnisse auf aktive Schutzprozesse hin.
Die Forschung
Unter der Leitung von Emily Rogalski, PhD, Direktorin des Healthy Aging & Alzheimer’s Research Care (HAARC) Center an der University of Chicago, untersuchte die Studie 142 SuperAger und 89 kognitiv durchschnittliche ältere Erwachsene an fünf Standorten in den USA und Kanada. Die Forscher analysierten DNA aus Blutproben, mit Fokus auf das APOE-Gen – den stärksten genetischen Risikofaktor für Alzheimer – und drei polygene Risikoscores (PRS), die Tausende von genetischen Varianten kombinieren, die mit Alzheimer in Verbindung stehen.
Die am 25. Juli 2026 in Alzheimer’s Research & Therapy veröffentlichten Ergebnisse zeigten keinen Unterschied zwischen SuperAgern und durchschnittlichen Gleichaltrigen weder im APOE-Status noch in einem der drei PRS-Maße. Das Team überprüfte auch auf seltene schützende genetische Varianten, fand aber keine höhere Prävalenz bei SuperAgern. „SuperAger konnten weder anhand von APOE noch von polygenen Alzheimer-Risikoscores von kognitiv durchschnittlichen älteren Erwachsenen unterschieden werden“, sagte Ko-Erstautorin Ana Capuano, PhD.
Warum es wichtig ist
Viele Menschen nehmen an, dass Gedächtnisverlust unvermeidlich ist und dass diejenigen, die gut altern, einfach genetische Glücksfälle hatten. Diese Studie zeigt, dass außergewöhnliches kognitives Altern aktive Resilienzmechanismen umfasst, die über das bloße Vermeiden von Krankheiten hinausgehen. Das Verständnis dieser schützenden Pfade – möglicherweise einschließlich Lebensstil, sozialem Engagement und Gehirngesundheitsgewohnheiten – könnte zu neuen Strategien zur Erhaltung des Gedächtnisses im späteren Leben führen. Für den Durchschnittsmenschen bedeutet dies, dass Genetik kein Schicksal ist: Ihre täglichen Entscheidungen und die Umgebung könnten eine größere Rolle spielen als Ihre DNA.
Was Sie tun können
Während Wissenschaftler weiterhin die Geheimnisse der SuperAger entschlüsseln, können Sie evidenzbasierte Maßnahmen ergreifen, um Ihre kognitive Gesundheit zu unterstützen: Bleiben Sie körperlich aktiv, fordern Sie Ihr Gehirn mit Puzzles oder Lernen heraus, pflegen Sie starke soziale Kontakte und managen Sie Stress. Schon einfache Gewohnheiten wie regelmäßiges Spazierengehen und Gedächtnisspiele können helfen, Ihren Geist fit zu halten.
Quelle: Neuroscience News
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