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Echoortung: Wie blinde Experten Klick für Klick räumliche Karten aufbauen

Echoortung: Wie blinde Experten Klick für Klick räumliche Karten aufbauen

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass erfahrene Echoortungsexperten ihre räumliche Genauigkeit verbessern, indem sie Schallinformationen aus wiederholten Mundklicks ‚stapeln‘. Das Gehirn hört nicht nur ein Objekt – es baut Klick für Klick eine hochauflösende mentale Karte auf.

Die Forschung

In einer Studie, die in eNeuro von Haydee Garcia-Lazaro und Santani Teng vom Smith–Kettlewell Eye Research Institute veröffentlicht wurde, übertrafen vier blinde Echoortungsexperten 21 sehende Personen bei der Identifizierung von Objektpositionen in einem völlig dunklen Raum. Die Genauigkeit der Experten verbesserte sich linear mit jedem zusätzlichen Mundklick. Mittels EEG fanden die Forscher heraus, dass die neuronale Aktivität im Zusammenhang mit der räumlichen Verarbeitung mit aufeinanderfolgenden Klicks zunahm, was auf einen ‚Summationsprozess‘ hindeutet: Das Gehirn sammelt aus jedem Klick Hinweise, um eine stabile räumliche Karte zu bilden. ‚Im Grunde haben wir herausgefunden, dass es bei manchen Experten eine Summation oder Ansammlung von Informationen im Gehirn zu geben scheint, die sich über die Klicks hinweg zur Objektposition aufbaut‘, erklärt Garcia-Lazaro.

Warum es wichtig ist

Diese Studie zeigt, dass Echoortung eine aktive, iterative Fähigkeit ist – kein passiver Sinn. Das Gehirn kann seinen visuellen Kortex umfunktionieren, um schallbasierte räumliche Daten zu verarbeiten – ein Phänomen, das als Neuroplastizität bekannt ist. Für sehende Menschen kann diese latente Fähigkeit trainiert werden. Die Ergebnisse eröffnen Wege für Trainingsprogramme, die sowohl blinden als auch sehenden Menschen helfen, diese neuronalen Pfade zu nutzen, um sich in Dunkelheit oder bei schlechten Sichtverhältnissen zurechtzufinden.

Was Sie tun können

Wenn Sie neugierig sind, Ihr eigenes Echoortungspotenzial zu erkunden, versuchen Sie Folgendes: Setzen Sie sich in einen ruhigen Raum, schließen Sie die Augen und machen Sie ein leises Klicken mit der Zunge. Hören Sie auf das Echo, das von Wänden oder Gegenständen zurückkommt. Üben Sie, den Kopf zu bewegen und erneut zu klicken. Mit der Zeit könnte Ihr Gehirn beginnen, eigene ‚Klickkarten‘ zu erstellen.

Quelle: Neuroscience News

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