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Dopaminverlust treibt Alzheimer-Gedächtnisversagen an – und ein gängiges Medikament könnte es wiederherstellen

Dopaminverlust treibt Alzheimer-Gedächtnisversagen an – und ein gängiges Medikament könnte es wiederherstellen

Jahrzehntelang konzentrierte sich die Alzheimer-Forschung auf toxische Proteine wie Amyloid-Beta und Tau. Eine neue Studie der University of California, Irvine zeigt jedoch einen anderen Übeltäter: Dopamin-Dysfunktion im entorhinalen Kortex, dem „Gedächtnistor“ des Gehirns. Forscher fanden heraus, dass der Dopaminspiegel dort bei Alzheimer-Modellen auf weniger als ein Fünftel des Normalwerts sinkt und dadurch die Fähigkeit des Gehirns, neue Erinnerungen zu bilden, direkt beeinträchtigt wird. Bemerkenswerterweise stellten sie die Gedächtnisfunktion mit Levodopa wieder her, einem Medikament, das bereits für Parkinson zugelassen ist.

Die Forschung: Dopaminabfall und Gedächtnisrettung

Unter der Leitung von Chancellor's Fellow Kei Igarashi veröffentlichte das Team seine Ergebnisse am 23. April 2026 in Nature Neuroscience. In einem Mausmodell der Alzheimer-Krankheit maßen sie den Dopaminspiegel im entorhinalen Kortex und stellten fest, dass er im Vergleich zu gesunden Kontrolltieren um mehr als 80% reduziert war. Diese Verarmung verhinderte, dass Neuronen auf Reize reagierten, die für assoziatives Gedächtnis benötigt werden – die Art, die einen Geruch mit einem Ort oder ein Geräusch mit einem Ereignis verbindet.

Um zu testen, ob die Wiederherstellung des Dopamins das Defizit umkehren könnte, verwendeten die Forscher Optogenetik (lichtbasierte Werkzeuge), um den Dopaminspiegel im entorhinalen Kortex zu erhöhen. Dadurch wurde die Fähigkeit der Mäuse, Erinnerungen zu bilden, „gerettet“. Anschließend versuchten sie Levodopa, eine Dopaminvorstufe, die häufig gegen Parkinson verschrieben wird. Das Medikament normalisierte die neuronale Aktivität und verbesserte die Gedächtnisleistung genauso effektiv wie der optogenetische Ansatz. An der Studie waren Forscher der UC Irvine und des RIKEN Center for Brain Science in Japan beteiligt.

Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist

Diese Entdeckung verlagert den Fokus von der Beseitigung toxischer Proteine auf die Reparatur fehlerhafter neuronaler Schaltkreise. Aktuelle Alzheimer-Behandlungen, die auf Amyloid-Plaques abzielen, scheitern oft daran, das Gedächtnis wiederherzustellen, sobald Neuronen dysfunktional sind. Da Levodopa bereits weit verbreitet und gut verstanden ist, könnte es beschleunigt in klinischen Studien für frühe Alzheimer-Erkrankungen eingesetzt werden. Für alle, die sich um Gedächtnisverlust sorgen, bedeutet dies, dass eine potenzielle Behandlung nicht Jahrzehnte entfernt sein könnte – sie könnte von einem bestehenden Medikament umgewidmet werden.

Was Sie tun können

Obwohl Levodopa nicht rezeptfrei erhältlich ist, können Sie Ihr Dopaminsystem auf natürliche Weise unterstützen. Aerobes Training, ausreichend Schlaf und eine Ernährung reich an Tyrosin (in magerem Eiweiß, Eiern und Soja) helfen, einen gesunden Dopaminspiegel aufrechtzuerhalten. Auch geistige Aktivität mit Rätseln und dem Erlernen neuer Fähigkeiten hält Ihre Gedächtnisschaltkreise aktiv. Für eine Ausgangsmessung Ihrer aktuellen kognitiven Funktion versuchen Sie einen kostenlosen, evidenzbasierten IQ-Test.

Quelle: Neuroscience News

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