Eine aktuelle Studie von Forschern der Universität Hongkong ergab, dass Menschen mit subjektivem kognitivem Abbau (SCD) – einer selbstberichteten Verschlechterung des Gedächtnisses, die das Demenzrisiko verdoppelt – schwächere Gehirnreaktionen auf bestimmte Sprachtypen zeigen. Der Schlüsselfaktor ist nicht nur, was gesagt wird, sondern wie es ausgedrückt wird.
Die Forschung
Matthew King-Hang Ma und Kollegen (2025) zeichneten EEGs von 60 kognitiv normalen älteren Erwachsenen auf, während sie Sprache mit unterschiedlichem Ausdrucksstil hörten: zufällig (zufällige Silben), beschreibend (flach sachlich), Dialog (konversationell) und aufgeregt (lebhaft). Die Forscher erstellten Enkodierungsmodelle, um zu sehen, wie gut drei Sprachrepräsentationen – akustisch, subsilbisch (z.B. Silben) und phonotaktisch (z.B. Regeln für Lautsequenzen) – laufende Gehirnsignale vorhersagten.
Insgesamt sagten Modelle mit subsilbischen sprachlichen Merkmalen die Gehirnaktivität besser voraus als akustische. Teilnehmer mit mehr SCD-Symptomen zeigten jedoch eine schwächere kortikale Verfolgungsstärke (CTS) für subsilbische Merkmale – aber nicht für akustische. Der Effekt war besonders ausgeprägt beim Hören von prosodisch flacher Sprache (zufällig und beschreibend).
Die Autoren schlussfolgern, dass die Messung, wie das Gehirn höherstufige sprachliche Merkmale während monotoner Sprache verfolgt, als neuronaler Marker für frühen kognitiven Abbau dienen könnte.
Warum es wichtig ist
SCD gilt als Vorläufer der Demenz, wird aber oft als nur „sich vergesslich fühlen“ abgetan. Diese Studie liefert eine spezifische, objektive Gehirnsignatur, die helfen könnte, Personen mit höchstem Risiko zu identifizieren. Die Tatsache, dass der Effekt bei flacher Sprache auftritt – nicht bei aufregendem Dialog – deutet darauf hin, dass die Fähigkeit des Gehirns, langweilige Prosodie zu kompensieren, früh beeinträchtigt sein könnte.
Für den Durchschnittsbürger zeigt es, dass wie wir Sprache verarbeiten (nicht nur das Gedächtnis) die kognitive Gesundheit offenbaren kann.
Was Sie tun können
Obwohl dieser Marker noch nicht als Heimtest verfügbar ist, können Sie Ihr Gehirn herausfordern, indem Sie Hörbücher oder Podcasts in „flachen“ Formaten (z.B. ohne Musik oder dramatische Erzählung) hören und versuchen, dem Inhalt zu folgen. Die Auseinandersetzung mit komplexem sprachlichem Material hält Ihre neuronalen Sprachverfolgungssysteme aktiv.
Quelle: arXiv q-bio.NC
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