Eine neue Studie zeigt, dass unterdrückter Stress – insbesondere Gefühle der Hoffnungslosigkeit – den Gedächtnisabbau bei älteren chinesischen Amerikanern weit stärker beschleunigen kann als bisher bekannt. Die Forschung der Rutgers University hebt hervor, dass internalisierte emotionale Belastungen, die oft aufgrund kulturellen Drucks verborgen bleiben, ein wichtiger veränderbarer Faktor für den Erhalt der kognitiven Gesundheit sein könnten.
Die Forschung
Veröffentlicht im Journal of Prevention of Alzheimer's Disease analysierte die Rutgers-Health-Studie Daten aus der Population Study of ChINese Elderly (PINE), der größten gemeinschaftsbasierten Studie älterer chinesischer Amerikaner. Über 1.500 Teilnehmer aus der Region Chicago wurden von 2011 bis 2017 befragt. Die Forscher untersuchten drei soziobehaviorale Faktoren: Stressinternalisierung (einschließlich Hoffnungslosigkeit), Gemeinschaftszusammenhalt und externe Stressentlastung. Nur internalisierter Stress zeigte über drei Wellen der Studie hinweg einen starken, konsistenten Zusammenhang mit sich verschlechterndem Gedächtnis. Überraschenderweise pufferten gemeinschaftliche Unterstützung den Gedächtnisabbau nicht signifikant ab. Die Hauptautorin Michelle Chen, Kernmitglied des Center for Healthy Aging Research an der Rutgers, bemerkte: „Stress und Hoffnungslosigkeit können in alternden Bevölkerungen unbemerkt bleiben, doch sie spielen eine kritische Rolle dabei, wie das Gehirn altert.“ Die Studie wurde vom Rutgers-NYU Resource Center for Alzheimer's and Dementia Research in Asian and Pacific Americans finanziert.
Warum es wichtig ist
Für alle, die sich um kognitive Alterung sorgen, unterstreicht dieser Befund, dass emotionale Gesundheit das Gedächtnis beeinflusst. Bei älteren chinesischen Amerikanern kann das Stereotyp der „Musterminderheit“ Probleme verschleiern, während Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede chronischen Stress hinzufügen. Da internalisierter Stress veränderbar ist, plädieren die Forscher für kulturell sensible Interventionen – wie Beratung, die spezifische Belastungen anerkennt. Für die Leser bedeutet dies, dass das Achten auf unterdrückte Gefühle, nicht nur auf externen Stress, für die Gehirngesundheit entscheidend sein könnte.
Was Sie tun können
- Üben Sie, Emotionen durch Tagebuchschreiben oder Gespräche mit vertrauten Freunden oder Therapeuten auszudrücken.
- Setzen Sie sich für kulturell kompetente psychische Gesundheitsdienste ein, die einzigartige Einwanderer- und Minderheitenerfahrungen berücksichtigen.
- Betreiben Sie stressreduzierende Aktivitäten wie Achtsamkeit oder leichte Bewegung, angepasst an Ihr Wohlbefinden.
Quelle: ScienceDaily Mind & Brain
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