Eine große internationale Studie bestätigt, dass ein einfacher Bluttest, der den Biomarker p-tau217 misst, das Risiko einer Person, eine Alzheimer-bedingte kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, bis zu zehn Jahre vor Auftreten der Symptome vorhersagen kann. Asymptomatische Personen mit sehr hohen Ausgangswerten haben ein absolutes Risiko von 38 % innerhalb von fünf Jahren und 78 % innerhalb von zehn Jahren, unabhängig von anderen bekannten Risikofaktoren.
Die Forschung
Vorgestellt auf der International Conference der Alzheimer's Association und veröffentlicht im JAMA, fasste die Studie Daten aus sechs Beobachtungs- und klinischen Studien auf drei Kontinenten zusammen. Unter der Leitung von Dr. Reisa Sperling vom Mass General Brigham Neuroscience Institute analysierte das Forschungsteam Blutproben von kognitiv gesunden älteren Erwachsenen, um die langfristige Vorhersagekraft von phosphoryliertem Tau 217 (p-tau217) zu bewerten. Das wichtigste Ergebnis: Personen mit sehr hohen p-tau217-Ausgangswerten hatten ein absolutes Risiko von 38 %, innerhalb von fünf Jahren eine kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, das innerhalb von zehn Jahren auf 78 % anstieg. Entscheidend war, dass die Vorhersage unabhängig von den Ergebnissen des Amyloid-PET-Scans oder dem APOE4-Genstatus galt, was bedeutet, dass p-tau217 als unabhängige prognostische Uhr fungiert.
Warum es wichtig ist
Für Personen, die neugierig auf ihre Gehirngesundheit sind, bietet dieser Test einen Einblick in das zukünftige Risiko, lange bevor Symptome auftreten. Obwohl noch keine krankheitsmodifizierenden Therapien für asymptomatische Stadien zugelassen sind, macht die Fähigkeit des Tests, Hochrisikokandidaten zu identifizieren, ihn zu einem leistungsstarken Werkzeug für Präventionsstudien und zukünftige Frühinterventionen. Dr. Sperling erklärt, dass das ultimative Ziel darin besteht, p-tau217-Tests so routinemäßig wie Cholesterin-Screenings für das Herzinfarktrisiko zu machen, um eine proaktive Überwachung und rechtzeitige Behandlung zu ermöglichen, sobald diese verfügbar ist.
Was Sie tun können
Vorerst bleibt die medizinische Beratung unabhängig von den Testergebnissen gleich: Treiben Sie regelmäßig Herz-Kreislauf-Sport, ernähren Sie sich nährstoffreich, priorisieren Sie Schlaf und managen Sie Ihre allgemeine Stoffwechselgesundheit. Diese Verhaltensweisen unterstützen nachweislich die Gehirngesundheit und können helfen, den kognitiven Abbau zu verzögern.
Quelle: Neuroscience News
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