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SHT und neurologische Erkrankungen bilden eine bidirektionale Risikospirale

SHT und neurologische Erkrankungen bilden eine bidirektionale Risikospirale

Eine neue Studie mit 55.204 älteren Veteranen enthüllt eine gefährliche wechselseitige Beziehung zwischen Schädel-Hirn-Trauma (SHT) und häufigen neurologischen Erkrankungen. Ein SHT erhöht das Risiko für Schlaganfall, Demenz, Epilepsie oder Parkinson – aber das Gegenteil ist ebenfalls wahr: Die Diagnose einer dieser Erkrankungen macht es drei- bis viermal wahrscheinlicher, innerhalb des nächsten Jahres ein SHT zu erleiden.

Die Forschung

Die am 17. Juni 2026 in Neurology veröffentlichte Studie wurde von Carrie Peltz, PhD, vom San Francisco Veterans Affairs Health Care System geleitet. Das Team analysierte Krankenakten von 13.801 Veteranen (Durchschnittsalter 78 Jahre) mit einem kürzlichen SHT und verglich sie mit 41.403 nach Alter gematchten Veteranen ohne SHT. Sie verfolgten Diagnosen von Schlaganfall, Demenz, Epilepsie und Parkinson ein Jahr vor und ein Jahr nach dem SHT (bzw. einem entsprechenden Zeitraum bei Kontrollen).

Die Ergebnisse waren auffällig. Im Jahr vor dem SHT waren die Raten neuer neurologischer Diagnosen bei denjenigen, die später ein SHT erlitten, dramatisch höher. Für Schlaganfall: 64 Fälle pro 1.000 Personenjahre in der SHT-Gruppe versus 20 in der Kontrollgruppe. Demenz: 58 versus 19. Epilepsie: 14 versus 4. Parkinson: 10 versus 3. Nach Berücksichtigung von Faktoren wie Diabetes, Rauchen und Herzinfarkt-Vorgeschichte hatten Personen mit SHT ein viermal höheres Risiko, kürzlich mit Epilepsie diagnostiziert worden zu sein, und ein dreimal höheres Risiko, mit Schlaganfall, Demenz oder Parkinson diagnostiziert worden zu sein.

Der Effekt wirkte auch in die andere Richtung: Ein SHT verdoppelte das Risiko für späteren Schlaganfall und Epilepsie und erhöhte das Demenzrisiko um 24%. Dies erzeugt eine Rückkopplungsschleife, bei der neurologische Beeinträchtigungen zu Stürzen führen, die ein SHT verursachen, was wiederum den weiteren neurologischen Verfall beschleunigt.

Warum es wichtig ist

Diese Ergebnisse haben unmittelbare praktische Konsequenzen. Wie Dr. Peltz erklärt: „Neurologische Erkrankungen beeinträchtigen oft die motorische Kontrolle, das Gleichgewicht, den Gang, die Koordination und die Denkfähigkeit – all dies macht Menschen anfälliger für Stürze, die Hauptursache für SHT bei älteren Erwachsenen.“ Die Studie identifiziert ein kritisches Fenster: Unmittelbar nach der Diagnose einer neurologischen Erkrankung könnten vorbeugende Maßnahmen die Spirale durchbrechen.

Für alle, die sich um ihre Gehirngesundheit sorgen – insbesondere ältere Erwachsene oder diejenigen, die alternde Angehörige pflegen – unterstreicht diese Forschung, dass Sturzprävention nicht nur darum geht, Verletzungen zu vermeiden; es geht darum, die zukünftige kognitive Funktion zu schützen. Ein SHT schädigt das Gehirn nicht nur im Moment; es kann den Boden für schwerwiegendere neurologische Erkrankungen im weiteren Verlauf bereiten.

Was Sie tun können

  • Wenn bei Ihnen oder einem Angehörigen eine neurologische Erkrankung diagnostiziert wird (Schlaganfall, Demenz, Epilepsie, Parkinson), fragen Sie Ihren Arzt nach Strategien zur Sturzprävention, einschließlich Physiotherapie und Ergotherapie.
  • Beseitigen Sie Stolperfallen im Haushalt (lose Teppiche, Unordnung, schlechte Beleuchtung) und erwägen Sie Haltegriffe im Badezimmer.
  • Erhalten Sie Kraft und Gleichgewicht durch regelmäßige Bewegung wie Gehen, Tai Chi oder Yoga.

Quelle: Neuroscience News

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